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Alles für den Titel: BMW-Sauber will 2009 vorne angreifen © imago

2008 erfüllte BMW-Sauber in der Formel 1 sämtliche Erwartungen. Doch viele Neuerungen lassen das Team am Ziel für 2009 zweifeln.

Von Marc Ellerich

München - Seit seinem Einstieg als eigenständiges Team hat BMW-Sauber in der Formel 1 eine Erfolgsgeschichte (DATENCENTER: Ergebnis 2008) hingelegt.

Seit 2006 geht es für den deutsch-schweizerischen Rennstall in der höchsten PS-Liga immer nur in eine Richtung: stetig bergauf.

Der vorläufige Höhepunkt war der erste Grand-Prix-Sieg, den der Pole Robert Kubica in der abgelaufenen Saison in Kanada einfuhr - ganz der Vorgabe entsprechend, die Motorsport-Direktor Mario Theissen seinem Team vor der Saison gemacht hatte.

Zufriedene Saisonbilanz

Bisher wurde der selbstauferlegte Fahrplan der Weiß-Blauen vom Fahrerduo Kubica/Heidfeld strikt erfüllt.

Dementsprechend ausgelassen pries Theissen bei der BMW-Saisonabschlussparty das Jahresergebnis: "Wir sind stolz, dass wir im dritten Jahr unseres Formel-1-Teams erneut unsere Ziele erreicht haben. Der angestrebte erste Sieg wurde ein Doppelerfolg (Heidfeld wurde in Kanada Zweiter, d. Red.), wir haben die erste Pole Position und zwei schnellste Rennrunden geholt."

Theissens Fazit: "Wir haben es geschafft, aus dem Zweikampf an der Spitze einen Dreikampf zu machen."

2009 als Schicksalsjahr

Selbst dem, besonders von Kubica deutlich kritisierten, Leistungsabfall im Duell mit den Topteams Ferrari und McLaren-Mercedes in den letzten Saisonrennen konnte der promovierte Ingenieur etwas Positives abgewinnen: "Er hat unsere Sinne für 2009 geschärft, um unsere Ziele zu erreichen."

Was ziemlich wichtig wäre für den Rennstall. Denn auf dem selbst auferlegten Fahrplan in der Motorsport-Eliteklasse steht im kommenden Jahr der Kampf um den Weltmeister-Titel.

2009 könnte also das Schicksalsjahr für die Münchner werden, die Erwartungen und der Druck steigen.

"Fühle mich nicht wohl"

BMW-Entwicklungsvorstand Klaus Draeger gibt vor, was Fans und Öffentlichkeit vom Rennstall erwarten: "Das Ziel muss sein, wirklich um den Titel zu kämpfen."37319(DIASHOW: Die besten Grid Girls)

Theissen hingegen wird vorsichtig, wenn von der bevorstehende Saison die Rede ist.

"Ich fühle mich dabei nicht wohl, aber ich habe das Ziel selbst schon genannt", sagte der Motorsport-Direktor zur Vorgabe WM-Titelkampf. Zudem sei man nicht in der Formel 1, um sich wohl zu fühlen.

Viele Neuerungen

Für seinen Geschmack begleiten zu viele Unwägbarkeiten das Formel-1-Jahr 2009. Das Reglement sieht die Einführung des Energie-Rückgewinnungssystems KERS vor. Die Aerodynamik der Rennwagen wird eine andere sein, und die Slicks feiern ein Comeback.

Was der BMW-Bolide zu leisten im Stande ist, vermag deshalb selbst ein erfahrener Formel-1-Manager wie Theisen nicht vorherzusehen.

Und die Piloten stochern ebenfalls kräftig im Nebel. Zwar betonen Kubica und Heidfeld unisono, nicht vom großen BMW-Plan abweichen zu wollen. Gerade der Mann aus Krakau will unbedingt seine Chance nutzen.

"Aus der Luft gegriffen"

Doch Heidfeld formulierte Bedenken - vermutlich auch unter dem Eindruck seiner massiven Probleme in der vergangenen Saison.

"Wir haben uns natürlich einige Ziele gesetzt", sagte der Routinier, der 2008 nur unter äußerster Anstrengung seine Qualifying-Schwäche in den Griff bekam: "Aber die sind ein bisschen aus der Luft gegriffen, weil wir keine Anhaltspunkte haben, wo die anderen sind."

Das Leistungsvermögen des BMW sei "extrem schwierig" einzuschätzen, glaubt Heidfeld: "Das Auto ist auf jeden Fall ganz anders zu fahren als dieses Jahr."

Immerhin, so viel mag Heidfeld zugestehen, sei das Auto schon recht nahe an den neuen Regeln des nächsten Jahres: "Davon erhoffe ich mir einen Vorteil."

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