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Die Formel-1-Weltmeisterschaft wird bereits seit 1950 ausgetragen © imago

Aufruhr in der Königsklasse: Übernahmegerüchte der Formel 1 und die Unzufriedenheit mit Ecclestone rufen die Teams auf den Plan.

Von Marc Ellerich

München - Die mögliche Übernahme der Formel 1 durch Medienmogul Rupert Murdoch und die Ferrari-nahe, italienische Investmentfirma "Exor" hat offenbar die anderen Teams auf den Plan gerufen. (Formel-1-Übernahme: Der Poker hat begonnen)

Laut der englischen Zeitung "Daily Telegraph" wollen sich Vertreter der vier großen Rennställe Ferrari, McLaren, Mercedes und Red Bull am Wochenende nach dem Türkei-Grand-Prix in Stuttgart treffen, um über die Zukunft der Formel 1 zu beraten.

Über den genauen Anlass des Treffens wurde nichts bekannt. Jedoch sorgen zwei, letztlich auch miteinander verzahnte Themen derzeit hinter den Kulissen für Unruhe.

Murdoch erklärt Kaufsabsicht

Zum einen das von Medienzar Murdoch öffentlich erklärte Interesse, die elitäre Motorsport-Serie zu übernehmen. Zum anderen die Unzufriedenheit vieler Rennställe mit dem Geschäftsgebaren von Formel-1-Zampano Bernie Ecclestone.

Diese spiegelt sich in immer lauteren Forderungen nach anderen Bedingungen für ein neues Concorde-Agreement wieder. Zuletzt hatte Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali den aktuellen Zustand der PS-Liga hart kritisiert. (Roter Rundumschlag: Was plant Ferrari?)

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Domenicalis Kritik

Er brandmarkte die seiner Meinung nach überproportionale Bedeutung der Aerodynamik beim Bau der Formel-1-Boliden. Die Formel 1 sei für Ferrari nur interessant, wenn andere Faktoren des Autobaus, etwa Fahrwerk oder Motor, wieder eine höhere Bedeutung bekämen.

Domenicali forderte aber auch, "nicht andauernd die Regeln zu ändern" und sicherzustellen, dass die PS-Liga in "allen wichtigen Märkten" vertreten sei. Ecclestone hatte in der Vergangenheit sehr stark auf den asiatischen Markt gesetzt und eine Abkehr vom europäischen und vor allem amerikanischen Raum eingeleitet.

Was will Ferrari?

Die anderen Teams dürften bei dem Stuttgarter Treffen allerdings auch Haltung und Rolle der Italiener bei einem möglichen Besitzerwechsel der Königsklasse interessieren.

Eine indirekt mit Ferrari verbundene Formel 1 wäre für die üblichen Rennställe sicher nur schwer tolerierbar, abgesehen von der Frage, ob solch ein Deal kartellrechtlich überhaupt in Frage käme.

Aber auch über die Gründung einer eigenen Rennserie wurde zuletzt wieder spekuliert.

Ein Ferrari-Sprecher hielt sich in einer Stellungnahme zu sämtlichen Spekulationen bedeckt: "Wir kommentieren das nicht, auch weil wir im Moment nicht unmittelbar damit zu tun haben. Aber wir wiederholen, was in der Vergangenheit immer wieder gesagt worden ist: Ferrari hat ein bedeutendes Interesse daran, dass die langfristige Stabilität und die Entwicklung der Formel 1 sicher gestellt werden."

CVC: F1 nicht zu verkaufen

McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh ging gegenüber dem englischen Sender "Sky" nicht auf die Verkaufsspekulationen ein. Er sagte: "Es ist wichtig, dass die Teams mehr denn je zusammenhalten, egal wem der Sport künftig gehört, den derzeitigen oder neuen Eigentümern."

Der derzeitige Besitzer der Formel 1, das Investment-Unternehmen "CVC Capital Partner", dem gut 60 Prozent der Anteile an der Rennserie gehören, hatte zuletzt erklärt, die Formel 1 stehe "derzeit" nicht zum Verkauf.

Allerdings hatte CVC eine "freundliche" Kontaktaufnahme seitens des Murdoch-Konzerns "News Corp" bestätigt. Ecclestone hatte Übernahmegerüchte immer wieder als "Unfug" bezeichnet. Der Wert der Formel 1 wird von Experten auf vier Milliarden Euro beziffert. ("Das ist Blödsinn" - Ecclestone dementiert Verkauf)

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