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Dr. Mario Theissen(l.) in Gespräch mit seinem technischen Direktor Willy Rampf (r.) © getty

Theissen glaubt nicht an einen Finanz-Kollaps der Königsklasse: Nicht nur die Teams hätten die richtigen Schritte eingeleitet.

Von Peter Schmieder

Trotz der weltweiten Finanzkrise sieht BMW-Motorsportdirektor Dr. Mario Theissen die Formel 1 nicht in Gefahr.

"Wir sehen erhebliche Änderungen beim Reglement, wir erleben derzeit massive Anstrengungen aller Teams, gemeinsam mit der FIA die Kosten zu senken und diese Anstrengungen werden auch signifikante Erfolge zeigen", sagte er "Motorsport-Total". Doch das könne nicht über Nacht passieren", schränkte Theissen ein.

"Die Schwierigkeiten gibt es überall, es gibt sie im Motorsport, es gibt sie in der Autoindustrie und in jeder anderen Industrie".

BMW-Budget steht

Jedoch müsse in der Formel 1 gespart werden, zumal auch die Sponsorgelder nicht mehr so üppig fließen. Die Gefahr, dass die Königsklasse in den Strudel des weltweiten Abschwungs gerät, bestehe aber nicht - erst recht für die Bayern.

Das Budget für das BMW Sauber Team wurde schon im Sommer vom Vorstand abgesegnet "Das steht unverändert", so Theissen.

Die Formel 1 lohne sich auch weiterhin für die Automobilhersteller, glaubt Theissen. "Wenn wir es schaffen, und davon bin ich überzeugt, den Aufwand zu reduzieren, dann wird es auch wieder ein - wie es im Neudeutschen heißt - 'Businesscase', der sich rechnet."

Fluglinie in Turbulenzen

Andere müssen jedoch bangen und spüren die Folgen der wirtschaftlichen Krise unmittelbar. Vijay Mallya, der das Team "Force India" im Dezember 2007 von Spyker übernahm, ist mit seiner Fluglinie "Kingfisher" ins Trudeln geraten.

Die Airline machte im dritten Quartal 90 Prozent mehr Verlust als im gleichen Quartal des Vorjahrs. Dieses Minus nagt an den Ressourcen der anderen Firmen, an denen Mallya beteitligt ist. Darunter auch das Formel-1-Team.

Dieses hatte sich nach der Übernahme durch den indischen Geschäftsmann von fast allen Sponsoren getrennt und ist auf die Gelder seines Besitzers angewiesen.

Kein Geld fürs neue Auto

Für das Kundenauto von McLaren-Mercedes - das britisch-deutsche Topteam liefert im nächsten Jahr das Chassi und den Motor - muss "Force India" 150 Millionen Euro berappen.

Das Fachblatt "Motorsport-aktuell" berichtet, dass dem Team über 100 Millionen Euro fehlen, um den Deal zu bezahlen. Die Einnahmen aus der Formel 1, errechnet aus dem sogenannten Concorde-Agreement, den alle Teams mit Formel-1 Boss Bernie Ecclestone abschließen müssen, belaufen sich nur auf knappe 40 Millionen Euro.

Vijay Mallay bemüht sich nun, die Finanzlücke zu schließen. Der Fan kann nur hoffen das ihm das gelingt, denn nach dem Rückzug des "Super Aguri" Teams müsste die Formel 1 dann mit nur 18 Autos an den Start gehen.

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