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2009 soll es leichter sein aus dem Windschatten zu überholen © getty

Bislang galt KERS als Riesen-Fortschritt. Red Bulls Technischer Direktor Geoff Willis nimmt dem System seinen Glanz.

Von Andreas Kloo

München - Bereits seit Monaten wird das neue Energie-Rückgewinnungssystem (KERS) als spektakuläre Neuerung des Formel-1-Jahres 2009 angepriesen.

BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen lobt die Neuentwicklung, bei der die beim Bremsen freiwerdende Energie gespeichert und für die Beschleunigung wiederverwendet wird.

"Das macht das Auto pro Runde bis zu zwei Zehntelsekunden schneller", ist sich Theissen sicher.

Nur was bringt es, wenn alle Autos zwei Zehntelsekunden schneller sind und man den Vordermann nicht überholen kann?

Willis: Für das Überholen wertlos

Red-Bulls Technik-Direktor Geoff Willis jedenfalls zweifelt an, dass KERS für spannendere Rennen sorgen wird.

"Ich denke, die Teams werden schnell lernen die KERS zu nutzen und zu optimieren, aber für das Überholen wird es nicht viel bringen", legt sich Willis im italienischen Magazin "Autosprint" fest.

Wichtiger ist aus seiner Sicht eine andere Neuerung: "Die neuen Aerodynamik-Regeln werden der größte Faktor sein, um spannendere Rennen durch neue Überholmöglichkeiten zu schaffen."

Heck schmaler, Front tiefer

Nach Berechnungen einer Expertengruppe muss man 2009 nur noch 1,2 Sekunden pro Runde schneller sein, um überholen zu können.

In dieser Saison waren es noch 2,5 Sekunden.

Zu den aerodynamischen Veränderungen gehört unter anderem ein um 25 Zentimeter schmalerer Heckflügel aber auch ein tiefer liegender Frontflügel, der den Antrieb des Autos verbessert.

Kontraproduktive Teams?

Allerdings glaubt Willis, dass die Teams alle Möglichkeiten ausschöpfen werden, um die Regeln in ihrem Sinne zu nutzen.

"Wahrscheinlich wird es eine aerodynamische Entwicklung geben, Luftwirbel zu produzieren, um den eigenen Wagen weniger überholanfällig zu machen", so Willis.

Teams immer einen Schritt voraus

Das Szenario von Geoff Willis erinnert an das Rennen zwischen Hase und Igel. Die FIA entwickelt neue Ideen, um spannendere Wettbewerbe zu entwickeln, aber die Teams sind der FIA schnell wieder einen Schritt voraus.

Für die Formel-1-Fans lässt sich nur hoffen, dass 2009 ausnahmsweise der Hase siegt.

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