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Senna vor Berger im McLaren-Honda. Senna gewann alle seiner drei WM-Titel mit Honda © getty

Als eigenständiges Team gewann Honda keinen Blumentopf, aber als Motorlieferant räumten die Japaner ordentlich ab.

Von Peter Schmieder

München - Der japanische Automobilkonzern Honda steigt mit sofortiger Wirkung aus der Formel 1 aus.

"Honda ist zu dem Entschluss gekommen, dass wir uns aus allen Formel-1-Aktivitäten zurückziehen werden und damit 2008 das letzte Jahr unserer Teilnahme war", erklärte Honda-Präsident Takeo Fukui am Freitag auf einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz in Tokio.

Als Grund für den Rückzug nannten die Japaner die weltweite Wirtschaftskrise.

Wenn sich für das Team nicht doch noch ein Käufer findet, tritt die Formel 1 in der Saison 2009 nur noch mit neun statt zehn Teams an.

Acht Jahre Werksteam: Nur drei Siege

Mit dem Rückzug von Honda endet vorerst eine sportlich wenig erfolgreiches Kapitel der Formel-1-Geschichte. Die Japaner traten von 1964 bis 1968 sowie von 2006 bis 2008 als eigenständiges Team in der Formel 1 an.

Trotz großer Investitionen in den vergangenen Jahren kam man in insgesamt 88 Rennen nur auf klägliche drei Siege.

Als Motorenlieferant eine Macht

Deutlich erfolgreicher waren die Japaner als Motorenlieferant: Von 1983 bis 1992 feierte Honda mit Williams, Lotus und McLaren 69 GP-Siege und sechs Konstrukteurstitel.

Mit McLaren feierte Honda die größten Erfolge. Zeitweise hatte diese Konstellation das britische Team zum erfolgreichsten Team der F-1-Historie gemacht.

Von 1988 bis 1992 belieferte der Hersteller die Briten. In den Jahren 1988 bis 1991 konnte das Team vier Jahre hintereinander die Konstrukteurs-Weltmeisterschaft gewinnen. McLaren-Honda erzielte in dieser Zeit die unglaubliche Anzahl von 699 WM-Punkten.

In dieser Periode holte der unvergessene Ayrton Senna seine drei WM-Titel.

Rückkehr im Jahr 2000

Mit dem BAR-Team stieg der Konzern 2000 wieder in die Königsklasse ein. Nach fünf nur mäßig erfolgreichen Jahren, übernahmen die Asiaten den Rennstall komplett, allerdings blieben auch dann die großen Siege aus.

In den drei Jahren des neuerlichen Werksengagement erlangte der Brite Jenson Button beim Großen Preis von Ungarn 2006 den einzigen Sieg für das Honda F 1-Team.

"Superhirn" machtlos

Vergangene Saison fuhren Button und Rubens Barrichello der Konkurrenz gnadenlos hinterher, obwohl das Budget mit 300 Millionen Euro mehr als üppig war.

Selbst "Superhirn" Ross Brown, der bei Ferrari maßgeblich an den Erfolgen des siebenmaligen Weltmeisters Michael Schuhmacher beteiligt war, konnte dem Team, das im englischen Brackley seinen Sitz hat, nicht weiterhelfen.

Der Engländer ist seit Saisonbeginn Teamchef bei den Japanern. Ein Engagement mit dem er sich offensichtlich keinen Gefallen getan hat.

Mit nur 14 Punkten in der Konstrukteurswertung, beendete das ambitionierte Team die Saison 2008 auf einem enttäuschenden vorletzten Platz.

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