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Generaldirektor Nick Fry hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben © getty

Nach dem Honda-Ausstieg gibt es erste Interessenten für das Team. Für Ross Brawn kommt der Ausstieg indes zum falschen Zeitpunkt.

London - Kurz nach dem Rückzug des Automobilherstellers Honda aus der Formel 1 gibt es bereits erste Interessenten für das Team.

"In den letzten zwölf Stunden sind drei seriöse Leute zu uns gekommen, die das Team übernehmen wollen", sagte Nick Fry, der Generaldirektor des Rennstalls, bei "BBC Radio 5 Live" und äußerte die Hoffnung, beim Saisonstart am 29. März in Melbourne dabei zu sein.

"Ich denke, für diese Hoffnung gibt es einen guten Grund", meinte Fry, der von "zwei oder drei Global Playern" sprach, die an einem Team auf höchstem Level interessiert seien.

Auch Formel-1-Boss Bernie Ecclestone erklärte, dass es mehrere mögliche Käufer gäbe. "Ich denke, dass es einige Leute da draußen gibt, die großes Interesse gezeigt haben", sagte Ecclestone "Sky News".

Ecclestone übt Kritik

Allerdings äußerte "Big Bernie" auch Kritik: "Wenn man sieht, dass bei Honda 700 Leute dafür arbeiten, zwei Autos in die Startaufstellung zu bringen, ist das ein bisschen verschroben, um ehrlich zu sein."

FIA-Präsident Max Mosley und er würden schon längere Zeit darum kämpfen, die Notwendigkeit, für den Erfolg große Summen Geld aufzubringen, zu verringern (F 1 auf "massivem" Sparkurs).

"Das Problem ist, dass die Teams von Technikern geführt werden, die besser zu Hause mit ihren Playstations spielen sollten als ihr Glück darin zu suchen, Rennen zu gewinnen", sagte der Brite, der die Formel 1 in keiner größeren Krise sieht als jedes andere Unternehmen auf der Welt: "Die ganze Welt ist im Moment in der Krise, aber sie wird nicht aufhören, sich zu drehen, ganz sicher."

"Eine völlig andere Situation"

"Es ist eine völlig andere Situation als bei vorherigen Formel-1-Teams, die aufgehört haben", sagte Fry: "Dieses Team ist eines der bestaufgestellten, hat die besten Fähigkeiten, beste Möglichkeiten in der Boxengasse, fantastische Mitarbeiter und ein von Ross Brawn entworfenes Auto."

Die Entwicklung für 2009 sei weit fortgeschritten und das Team bereit, meinte Fry. Auch für "Superhirn" Ross Brawn kommt der Ausstieg von Honda aus der Formel 1 zum falschen Zeitpunkt. "Wir hätten ein siegfähiges Auto gehabt", sagte der frühere Weltmeistermacher von Ferrari der Nachrichtenagentur "Reuters".

Der Brite wollte Honda als Teamchef 2009 unter dem neuen Reglement wieder nach vorne bringen: "Nach unseren Informationen haben wir im Vergleich zu anderen Teams ein sehr starkes Auto und hätten es noch weiter entwickelt."

Honda hatte am Freitagmorgen in Tokio angekündigt, alle Formel-1-Aktivitäten mit sofortiger Wirkung einzustellen (Schock für die F 1: Honda macht Schluss).

Letzter Honda-Sieg 2006

Ein Verkauf des Teams und der Motorenabteilung wurde allerdings als Möglichkeit in Betracht gezogen.

Nach "BBC-Informationen" könnte der Rennstall möglicherweise sogar für den symbolischen Preis von einem britischen Pfund den Besitzer wechseln.

Ohne einen Käufer stünde der Brite Jenson Button, der in Budapest 2006 den bis dato letzten Honda-Sieg holte, nach neun Jahren in der Formel 1 (154 Rennen, ein Sieg) ohne Cockpit für 2009 da.

Senna-Einsatz fraglich

Auch der erhoffte Einstieg des Brasilianers Bruno Senna, Neffe des dreimaligen Weltmeisters Ayrton Senna, droht zu platzen.

Freie Plätze gibt es derzeit nur noch bei Toro Rosso, das seine Fahrer für nächstes Jahr noch nicht benannt hat. Ohne das Honda-Team würden in der Königsklasse 2009 nur noch neun Rennställe mit 18 Autos an den Start gehen.

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