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Ron Dennis im Schatten der Honda-Krise. Der Brite führt seit 1980 das Mclaren-Team © getty

F-1-Krise: McLaren-Mercedes hat es erwischt, das Team rechnet mit Millionenverlusten. Honda-Pilot Button hofft auf einen Käufer.

Von Peter Schmieder

München - Die Wirtschaftskrise hat der Formel 1 eine volle Breitseite gegeben.

Honda ist schon vom Deck gefallen und es kursieren die wildesten Gerüchte darüber, welches Team wohl als nächstes von Bord geht. McLaren-Mercedes haben dabei wohl die wenigsten auf dem Zettel.

Teamchef Ron Dennis befürchtet jedoch, dass sein Team genauso wie alle anderen von den Ausläufern der finanziellen Großwetterlage betroffen sein wird.

Schon wieder McLaren. Nach der Rekordstrafe im vergangenen Jahr drohen dem Team erneut enorme finanzielle Einbußen. Trotz des WM-Titels befürchtet Dennis einen Umsatzrückgang von 120 Millionen Dollar.

Das sind 20 Millionen mehr als die Summe, die das Team im Zuge der Spionageaffäre 2007 zahlen musste.

Dennis: "Müssen Kosten reduzieren"

"Unser Budget resultiert aus den Werbebudgets jener Firmen, die uns unterstützen", sagte Dennis dem "Observer". "Diese Werbebudgets werden in Zeiten der Wirtschaftskrise unweigerlich wegrationalisiert oder zumindest signifikant gekürzt. Wir wissen, dass wir unsere Kosten reduzieren müssen."

Das Budget der Weltmeistermannschaft belief sich im Jahr 2008 nach Schätzungen auf etwa 340 Millionen Dollar. Ein Ausstieg wie der von Honda ist aber nicht zu erwarten.

Spekulationen über Honda-Verkauf gehen weiter

Die Spekulationen um einen Verkauf von Honda F1 gehen derweil munter weiter. Der Brite David Richards und seine Firma Prodrive sind die heißesten Anwärter für eine Übernahme der Truppe.

Jenson Button würde das begrüßen. Nachdem der Fahrer eine katastrophale Saison 2008 erlebte, glaubt er fest daran, dass es im neuen Jahr wieder aufwärts gehen könnte.

"Reißen uns den Hintern auf"

"Das Team reißt sich den Hintern auf, um ein großartiges Auto für 2009 zu bauen. Ich kann nicht glauben, dass sich für dieses Team, mit dieser Mannschaft und deren Einstellung, kein Käufer findet, der uns helfen kann.", sagte Button am Sonntag während einer Preisverleihung des englischen Fachblatts "Autosport".

Der Käufer würde ein großartiges Team mit exzellenten Möglichkeiten erwerben, erläuterte der Brite weiter.

Button: "Positiv denken"

Button zeigte sich sogar erstaunt über die gute Stimmung, die nach wie vor im Team herrsche.

"Am Donnerstag war ich schockiert von der Nachricht. Am Freitag habe ich das Werk besucht, und ich hatte gar keine gute Laune. Aber ich habe dort realisiert, dass wir an der Situation nicht ändern können. Das einzige was wir tun können, ist positiv zu denken und genau das machen wir."

Neue dunkle Wolken

Derweil droht der Königsklasse weiterer Ungemach: Renault hat für diese Woche eine außerordentliche Sitzung angekündigt.

Angeblich soll auch im Team des ehemaligen Weltmeisters Fernando Alonso über einen Ausstieg diskutiert werden.

Red Bulls Motorsportbeauftragter Helmut Marko erklärte dagegen, die Engagements von Red Bull Racing und der Scuderia Toro Rosso seien "gesichert".

Strikter Sparkurs bei Ferrari

Ferrari will unterdessen bei der Kostensenkung kräftig Gas geben. "Dieser Prozess läuft schon seit einigen Jahren, nun wird er stark beschleunigt", sagte Teamchef Stefano Domenicali der italienischen Tageszeitung "Corriere della Sera", ohne Details bekanntzugeben.

Domenicali warnte davor, dass zu viele Einsparungen den gesunden Wettbewerb in der Formel 1 gefährden könnten.

"Wir sind ganz weit vorn beim Thema Erneuerung des Automobilsports, der aber technisch und sportlich wettbewerbstauglich bleiben muss", erklärte der Teamchef, der den Ferrari-Fans angesichts der unsicheren Zukunft Ängste nehmen will: "Ferrari wird ein Leader bleiben, die Fans können ruhig bleiben."

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