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Der Australien-Grand-Prix findet seit 1996 in Melbourne statt © imago

Die Streckenbetreiber sorgen sich um den Sound der Motoren. Manche vermuten einen Trick von Zampano Ecclestone. Todt ist kurios.

Valencia - Säbelrasseln gegen "Konservendosen".

Nach der Einigung der Formel-1-Kommission auf die Einführung von V6-Turbomotoren im Jahr 2014 haben Rennstrecken in einem Brief an den Automobil-Weltverband FIA mit dem Ausstieg aus der Königsklasse gedroht.

"Ja, das stimmt, diesen Brief gibt es", bestätigte Formel-1-Boss Bernie Ecclestone: "Niemand will zu leise Autos, die Menschen wollen Glamour, deshalb kommen sie zur Formel 1."

Motorsound enorm wichtig

Nicht wenige vermuten, dass Ecclestone die nun voranmarschierenden Streckenbetreiber instrumentalisiert hat.

Während FIA-Präsident Jean Todt stets den Weg in eine "grüne Formel 1" sucht und ab 2013 eigentlich Vierzylinder-Motoren einführen wollte, hatte Ecclestone auf die Wichtigkeit des Motorensounds verwiesen.

In der 26-köpfigen Kommission, die sich am Mittwoch auf die V6-Motoren ab 2014 geeinigt hat, saßen auch der 80 Jahre alte Brite und Vertreter der Strecken.

Der Kompromiss muss noch am 30. Juni vom FIA-Weltrat abgesegnet werden.

Drohung mit Indy-Serie

Ob der Protest ernst zu nehmen ist, ist ebenso fraglich wie die von Medien aufgestellte Behauptung, außer China und Südkorea stünden alle Strecken dahinter.

Von den Verantwortlichen der deutschen Strecken Hockenheim- und Nürburgring gab es bisher keine Bestätigung.

Auch scheint die Drohung, komplett in die Indy-Serie zu wechseln, nicht realistisch.

"Setzen keine Formel 1 ein"

Als Sprecher der Strecken-Initiative trat derweil Ron Walker, der Vorsitzende des Großen Preises von Australien, auf.

"Ich kann zu 100 Prozent versichern, dass wir keine Formel-1-Autos einsetzen würden", sagte Walker mit Bezug auf die Reduzierung der Drehzahl um ein Drittel auf 12.000:

"Die Strecken haben mir ihre Vollmachten erteilt, dagegen zu stimmen. Wir würden die IndyCar starten lassen. Aus 100 Metern würde man bei den Autos keinen Unterschied erkennen, und die Zuschauer würden das immer noch lieben."

Klang wie "scheppernde Konservendose"

Untersuchungen hätten gezeigt, dass der Klang der kleineren Motoren "so schlecht wäre wie eine scheppernde Konservendose, und dass dies nicht das ist, was man mit dem Inhaber der kommerziellen Rechte schriftlich vereinbart hat".

Man werde sich, so Walker, "nicht die Kundenbasis zerstören lassen. Für Jean Todt ist es sehr schön zu sagen, dass wir der Welt zeigen, dass wir grün werden, aber sie werden die komplette Show ruinieren."

Motor mit Lautsprecher?

Walker berichtete zudem, Todt habe ihm versichert, als nächster Schritt würden Hybrid-Motoren eingeführt.

"Ich fragte 'Was ist mit dem Klang?', und er erwiderte, dass sie einen Lautsprecher in das Heck der Autos einbauen werden. Großer Gott!"

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