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Ab der Saison 2014 wird das Drehzahllimit auf 15.000 Umdrehungen pro Minute erhöht © getty

Nach dem Kompromiss im Motorenstreit gibt die FIA die Erhöung der Drehzahlen bekannt. Der einzigartige Klang sei so gesichert.

Von Olaf Mehlhose

München - Am Ende waren die Zufriedenheit bei allen Beteiligten groß.

Die Entscheidung des internationalen Automobilverbands FIA, dass die Formel-1-Boliden ab der Saison 2014 auf V6-Motoren umgerüstet werden, wurde von Teams und Motorenherstellern begrüßt.

Mercedes-Motorsport-Chef Norbert Haug nannte den Beschluss einen "vernünftigen Kompromiss" und Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali sprach von einer "Entscheidung, die gut für den Sport ist".

Ursprünglich hatte FIA-Boss Jean Todt im Zuge der sogenannten "Formel Grün" ab 2013 eine Verringerung der 2,4-Liter-Maschinen mit acht Zylindern auf 1,6-Liter-Turbo-Motoren mit vier Zylindern geplant. (BERICHT: Motorenstreit eskaliert)

Doch die Idee scheiterte am Widerstand der Motorenhersteller - mit Ausnahme von Renault - und dem Vorpreschen von Formel-1-Boss Bernie Ecclestone.

Die derzeitigen Aggregate werden nun durch 1,6 Liter-V6-Turbomotoren ersetzt, ein Kompromiss, mit denen sich schließlich alle anfreunden konnten. (DATENCENTER: Konstrukteurs-WM)

Technologie und Effizienz

Im Vordergrund des neuen Konzepts sollen weiterhin Effizienz und Technologie der Antiebswerke stehen, womit die FIA unterstreichten will, dass trotz des Kompromiss' an der ursprünglichen Idee festgehalten wurde.

Der springende Punkt sei allerdings die Botschaft, die durch die Regeländerung transportiert wird, erklärte Mercedes-Teamchef Ross Brawn:

"Es geht nicht darum, dass der neue Motor an sich viel effizienter ist. Es ist die Message, die ausgeschickt wird, dass es cool ist, einen wirklich effizienten Motor zu haben und mit viel weniger Benzinbedarf Rennen zu fahren."

Drehzahllimit wird angehoben

Die FIA verkündete zudem, dass die Drehzahlbegrenzung der Aggregate mit der Einführung der neuen Motoren von 12.000 auf 15.000 Umdrehungen pro Minute angehoben.

Damit wurde der Befürchtung von Ecclestone und einige Rennställen Rechnung getragen, dass die Formel 1 durch die Abrüstung zu leise werde und den Sound als ihr Alleinstellungsmerkmal verliere.

"Repräsentativ für die Formel 1"

Als reine Konzession wollte die FIA den Schritt allerdings nicht gewertet sehen.

"Die Begrenzung wurde angehoben, um den Ingenieuren Flexibilität beim Management von Kraft und Energie zu geben. Aufgrund der neuen Architektur (V6) und des veränderten Drehzahllimits wird der Motor anders klingen. Er wird allerdings weiter repräsentativ für die Formel 1 sein", sagte ein Sprecher des Automobilverbands.

Und weiter: "Der eindeutige Wunsch nach Reduzierung der CO2-Emissionen hat zur Folge, dass das Energie-Management zunehmend ein Schlüssel auf dem Weg zu effizienteren Antriebskonzepten sein wird."

Dadurch seien die Herausforderungen noch größer als beim ursprünglichen Plan. Gleichzeitig könne "die Formel 1 ihre Vorreiterrolle in Sachen Technologie noch besser unterstreichen".

Spagat für die Teams

Für die Teams ist das allerdings mit einem immensen Spagat verbunden.

"Wir setzten uns dramatische Ziele für die Menge an Benzin, mit der wir fahren - 30, 40, 50 Prozent weniger als im Moment, aber immer noch die gleiche Kraft und Aufregung wie zuvor", erläuterte Brawn.

Wichtig sei es dann aber auch, dass die Entwicklungen in Sachen Effizienzverbesserung auch den Weg auf die Straße finden.

Einige Technologien würden aber ohnehin schon in Straßenautos umgesetzt, sagte der Brite, beispielsweise die Batterien, die für das Mercedes-KERS in der Formel 1 gebaut wurden.

Anreiz für Hersteller

Daher seien die neuen Regeln ein Chance, um die Formel 1 für weitere Hersteller interessant zu machen:

"Mit dem derzeitigen V8-Saugmotor wird man keine Hersteller anlocken. Der neue Motor schafft eine Möglichkeit, um einzusteigen. Das ist ein wichtiger Grund, warum wir einen Motor mit einer relevanteren Spezifikation für Hersteller brauchen."

Der 56-Jährige nannte aber noch einen weiteren Grund, warum er die neuen Regeln befürwortet: "Eine spannende Sache ist, dass die Motoren wieder zurück in die Gleichung kommen. Sie sind im Moment sehr gleich. Aktuell redet niemand über die Motoren."

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