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Kostet Honda eine mächtige Abfindungssumme: Jenson Button © getty

Aus Kostengründen haben die Japaner ihr Engagement in der Königsklasse beendet. Günstig wird der Abschied aber keineswegs.

Von Tobias Schröter

München - Geschätzte 300 Millionen Euro spart Honda jährlich durch den Absprung aus der Formel 1.

Neunstellig ist jedoch auch der Betrag, den die Japaner für ihren Hau-Ruck-Rückzug aus der Königsklasse wohl berappen müssen.

Auf rund 100 Millionen Pfund (ca. 113 Millionen Euro) schätzt die englische "Times" die Kosten für Betriebskosten, Vertragsauflösungen und Leasingraten: Definitiv ein "Ende mit Schrecken".

War angesichts solcher Summen der Ausstieg die richtige Entscheidung?

Button sahnt ab

Allein Jenson Button wird laut der "Times" die riesige Abfindungssumme von 27 Millionen Euro kassieren, hatte er doch kurz vor der Auflösung der Mannschaft einen neuen Drei-Jahres-Vertrag unterschrieben.

Damit wird auch der Abschied vom Briten exorbitant teuer, nachdem schon in der Saison jeder Punkt Buttons umgerechnet einen siebenstelligen Betrag kostete.

Auch beim erst vor der letzten Saison verpflichteten Teamchef Ross Brawn dürften die Folgekosten hoch sein, soll doch sein Jahresgehalt bei knapp fünf Millionen Euro gelegen haben.

Hinzu kommen die Verträge von ca. 700 Mitarbeitern und vielen weiteren Zulieferern, das Werk in Brackley und laufende Leasingraten für Hightech-Ausrüstung.

Keine Sponsoren

Betriebskosten sind laut Honda-Geschäftsführer Nick Fry auch das Haupthindernis bei der Suche nach einem Käufer des Teams: "Der Kauf ist nicht das Problem, sondern die nötigen Mittel für den Betrieb."

Erschwerend kommt hier hinzu, dass es derzeit keinerlei Sponsoren gibt, da Honda aufgrund ihres "Earth Dream"-Projekts darauf verzichtet hatten. Statt mit Werbebannern versehen gingen die Boliden in den Farben der Weltkugel an den Start, um Umweltbewusstsein zu vermitteln.

Besonders unglücklich: Mit Petrobras und Honeywell standen anscheinend zwei neue Geldgeber kurz vor der finalen Unterschrift bei Honda, ehe die Rückzugs-Anordnung von oben kam.

Dennoch ist man bei den Japanern zuversichtlich, einen Abnehmer zu finden.

Ecclestones utopische Hoffnungen

Geteilt wird der Optimismus der Honda-Verantwortlichen von Bernie Ecclestone: "Ich gehe fast davon aus, dass diese Company Ende 2009 in Melbourne am Start stehen wird", sagte der Formel-1-Boss dem "kicker".

Der 78-Jährige hat sogar die Hoffnung, dass Honda selbst das Engagement weiterführt: "Ich hoffe, dass sie ihre Entscheidung noch einmal überdenken.

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