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Adrian Sutil holte in 35 Rennen einen WM-Punkt © getty

Stimmungswandel bei Force India: Plötzlich ist Adrian Sutils Arbeitsplatz doch in Gefahr. Eigner Mallya gibt sich kryptisch.

Von Peter Schmieder

München - Lange Zeit galt der Platz von Adrian Sutil bei Force India als sicher. Doch Besitzer Vijay Mallya gibt sich plötzlich sehr defensiv, wenn es um seine zwei Stammpiloten geht.

In einem Interview mit der "BBC" sagte Mallya: "Bezüglich der beiden Plätze ist noch nichts fixiert." Betroffen wäre auch Giancarlo Fisichella.

"Ich werde das Thema mit McLaren besprechen und dann zu gegebener Zeit eine Entscheidung treffen", erläutert der 52-Jährige.

Mallya hatte vor Wochen noch behauptet, dass es bezüglich seiner Fahrer keine Diskussionen mehr gäbe.

McLarens B-Team

Grund für das Umdenken: Die Zusammenarbeit mit McLaren-Mercedes. Force India setzt im nächsten Jahr das um, was FIA-Präsident Max Mosley für das Zukunftsmodell der Formel 1 hält.

Das Team wird im nächsten Jahr den gesamten Antriebsstrang, Hydraulikelemente und das KERS-System von McLaren-Mercedes übernehmen. Einzig das Chassis wird von den Indern selbst gebaut.

Dementsprechend groß ist der Einfluss des deutsch-britischen Topteams bei Force India. Mallya hatte in der Vergangenheit immer wieder beteuert, dass es zwar zu einem Meinungsaustausch zwischen den beiden Teams kommen wird, aber die Fahrerfrage werde dabei stets ausgeklammert.

Alter Mercedes Haudegen

Das scheint nun so explizit nicht mehr zu stimmen. Adrian Sutils und Fisichellas Cockpits könnten nun dadurch in Gefahr geraten.

Mercedes könnte die Fahrerplätze im quasi Zweit-Team an alte "Mercedes-Haudegen" wie Pedro de la Rosa oder die DTM-Fahrer Paul di Resta und Gary Paffet vergeben.

Mallya bliebe nichts anderes übrig, als zuzustimmen, zumal sich Mercedes, sollte es zu so einer Konstellation kommen, auch erkenntlich zeigen würde.

Cockpit für de la Rosa?

Gefüttert wurden diese Spekulationen durch den Force-India-Test von Pedro de la Rosa in Barcelona. Der Spanier, der als jahrelanger Testpilot großes Ansehen bei Mercedes-Sportchef Norbert Haug und McLaren-Zeamchef Ron Dennis genießt, könnte für die jahrelange Treue mit einem Formel-1-Startplatz bei Force India belohnt werden.

De la Rosa war nach der Flucht von Juan Pablo Montoya in der Saison 2006 für den Kolumbianer eingesprungen und hatte mit guten Ergebnissen überrascht. Vielleicht ist, aus Sicht der McLaren-Riege, die Zeit reif, um sich beim Spanier zu danken.

Sutil ohne "Vitamin B"

Adrian Sutil hätte diesem "Vitamin B" wohl nichts entgegen zu setzen. Trotz der ambitionierten Leistungen in der vergangenen Saison bliebe dem jungen Deutschen wohl nur die Zuschauerrolle.

Aber Mallya relativiert: "Einer der McLaren-Testfahrer hat unser Auto ausprobiert, na und". Er bringe eben all die Erfahrungen von McLaren mit.

Inder gesucht

Für die weitere Zukunft hat der umtriebige Inder aber noch ganz andere Pläne. Mallya hat ein Fünf-Jahres-Programm aufgelegt, mit welchem die Suche nach einen talentierten Inder weiter voran getrieben werden kann.

Pünktlich zum ersten indischen Grand Prix in Neu Delhi hätte das Team dann einen Lokalmatadoren.

"Hoffentlich finden wir den Fahrer. 2011 wird ein großer Moment. Dann werden Millionen über Millionen Inder die Formel 1 verfolgen", freut sich Mallya.

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