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Die Formel 1 kürzt ihre Kosten um 30 Prozen © imago

Das größte Sparpaket in der Geschichte der Formel 1 ist beschlossene Sache. Die Kosten für die Teams sollen um 30 Prozent sinken.

München - Das größte Sparpaket in der Geschichte der Formel 1 ist seit Freitag beschlossene Sache.

Das World Motor Sport Council des Automobil-Weltverbandes FIA gab wie erwartet "Grünes Licht" für die signifikanten Kostensenkungen, auf die sich am Mittwoch, sechs Tage nach dem überraschenden Ausstieg von Honda, Vertreter der FIA und der Teamvereinigung FOTA geeinigt hatten (Krisen-Gipfel in Monaco).

Für die großen Rennställe wie BMW und Mercedes bedeutet dies Einsparungen von rund 30 Prozent gegenüber dem Etat für 2008.

Der abgesegnete Maßnahmenkatalog sieht vor, dass Motoren künftig drei Rennwochenenden gegenüber bislang zwei halten müssen.

Nur 20 Triebwerke pro Saison

Ihre Drehzahl wird zur Schonung auf 18.000 Umdrehungen heruntergeschraubt.

Die Anzahl der Motoren pro Fahrer wird pro Saison auf acht beschränkt, hinzu kommen pro Team insgesamt vier für das Training.

Daraus ergibt sich eine Gesamtzahl von 20 Triebwerken gegenüber zuvor 25 und damit eine Kostenersparnis von rund 50 Prozent.

Tests nur an Grand-Prix-Wochenenden

Zudem sind ab 2009 Testfahrten nur noch an Grand-Prix-Wochenenden erlaubt. Die kostenintensive Nutzung von Windkanälen soll ab Januar 2009 gesenkt werden, ebenso die Anzahl der Teammitglieder an der Rennstrecke.

Die Ersparnis soll für die Werkteams BMW, Mercedes, Toyota, Ferrari und Renault bei geschätzten 30 Prozent liegen. Für die kleineren Rennställe wie Red Bull, Force India und Toro Rosso dürfte die Ersparnis sogar noch größer sein.

Ab der Saison 2010 sollen die unabhängigen Teams die Motoren für maximal fünf Millionen Euro von den Herstellern kaufen können.

"Großer Schritt in die richtige Richtung"

"Das Paket ist ein guter und großer Schritt in die richtige Richtung. Es gibt aber weiteres Sparpotenzial. Und Mercedes-Benz wird sich dafür einsetzen, dass dieses auch genutzt werden", sagte Mercedes-Sportchef Norbert Haug.

Auch BMW-Motorsport-Direktor Mario Theissen zeigte sich zufrieden. "Wir haben jetzt eine gemeinsame Basis gefunden für 2009 und in weiteren Schritten dann für die Folgejahre, um die Formel 1 umzustrukturieren", sagte er:

"Zahlreiche Vorschläge zielen darauf ab, die Formel-1-Veranstaltungen attraktiver zu gestalten. Die beschlossenen Maßnahmen erfordern sicher noch Feinarbeit. Mit der Entschlossenheit, die sich in den vergangenen Monaten gezeigt hat, werden wir auch die Details gemeinsam regeln."

KERS 2009 nicht verpflichtend

Die Nutzung des neuen Energie-Rückgewinnungssystems KERS wird für 2009 nicht verpflichtend sein, womöglich aber für 2010.

Mit KERS werden Systeme bezeichnet, die entweder elektrisch oder mechanisch Bremsenergie speichern und damit später kurzfristig für einige Sekunden pro Runde die Leistung des Autos um bis zu 70 PS steigern können.

Der rigide Sparkurs soll den Teams und Herstellern das langfristige Überleben in der Königsklasse ermöglichen. Die Gefahr weiterer Rückzüge dürfte damit vorerst gebannt sein.

Kosten reduzieren, Einnahmen steigern

Für Ferrari-Chef Luca di Montezemolo versetzen die Änderungen den Rennstall "in die Lage, von der kommenden Saison an drastisch Kosten zu sparen und bis zum Jahr 2012 eine komplett neue Formel 1 zu bekommen."

Ziel von Mercedes sei es, die Kosten in den kommenden beiden Jahren sogar um 50 Prozent zu reduzieren und gleichzeitig die Einnahmen zu steigern.

"Was unser Team betrifft und ganz besonders uns als Hersteller, so geben wir heute weniger Geld für die Formel 1 aus als noch vor fünf Jahren", sagte Haug: "Wir haben dabei größeren Erfolg und in den letzten zwei Jahren die höchste TV-Präsenz aller Formel-1-Teams weltweit."

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