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Großer Bahnhof: Die Formel 1 steht immer unter Beobachtung © getty

Droht die "Formel-Langweilig" oder wird die Formel 1 so gut wie nie? Hans-Joachim Stuck erörtert bei Sport1.de die neuen Regeln.

Von Peter Schmieder

München - Ist die Formel 1 noch das, was sie vor dem Honda-Austieg war?

Die Königin des Motorsports - schön, laut, schnell und vor allem exklusiv. Oder wird aus ihr eine "Formel 3 für Fortgeschrittene".

Der ehemalige Grand-Prix-Pilot und Kenner der Szene, Hans-Joachim Stuck, geht allerdings nicht davon aus, dass die Formel 1 nach den millionenschweren Einsparungen ihre Exklusivität verliert.(Historischer Schritt gegen die Krise)

"Die Formel 1 wird immer teuer sein, man darf das Niveau nicht auf das der DTM senken. Das geht auf keinen Fall."ad

"Regeln sind für alle gleich"

Die angekündigten Schritte zur Kostenreduzierung hält der 57-Jährige aber trotzdem für richtig: "Die Formel 1 musste einfach mal von ihrem hohen Ross runtersteigen und erkennen, dass sie in ihrer jetzigen Form keine 10 Jahre mehr überlebt hätte."

Den Vorwurf, das Testverbot könnte es kleineren Teams erschweren einen Rückstand vom Beginn der Saison aufzuholen, lässt "Striezel" nicht gelten. "Alle wissen, wie viel Zeit sie am Grand-Prix-Freitag haben, das ist für alle gleich."

Auch die neue Motoren-Regelung hält der 57-Jährige für die einzig richtige. Die Triebwerke dürfen drei Jahre lang nicht weiterentwickelt werden. Auf den ersten Blick könne man meinen, dass die Hersteller kaum noch Spielraum hätten, um sich von den Konkurrenten zu unterscheiden.

Motoren-Regelung ist reizvoll

Doch Stuck meint: "Der Spielraum ist einfach kleiner geworden, das ist sogar noch reizvoller. Nun ist es noch schwerer, besser als die anderen zu sein. Der Beste ist am Ende der, der am Sonntag ganz oben steht."

Der FIA-Beschluss vom vergangenen Freitag schränkt auch die Möglichkeiten der Boxenstrategie deutlich ein. Ab der kommenden Saison müssen die Teams ihre Reifen- und Benzinplanungen vor dem Start offenlegen.

Motorsport nicht zum Selbstzweck

Geheime Rennstrategien gehören damit der Vergangenheit an. Die Formel 1 verliert damit nicht ihren Charakter behauptet Stuck:

"Die Strategien sind ja für den Zuschauer auf der Tribüne nicht nachvollziehbar. Je übersichtlicher ein Reglement ist desto besser. Wir müssen aufpassen, dass wir Motorsport nicht aus Selbstzweck machen."

Dass Privatteams für weniger als 6,5 Millionen Euro pro Saison Motoren beziehen können, erweckt bei Stuck die Hoffnung, dass es bald wieder größere Starterfelder gibt.

"Wenn ich die Startaufstellungen der letzten Jahre betrachte, muss ich immer Lachen. So eine Riesen-Show für die 20 Hanseln", grantelt das Motorsport-Urgestein.

Die gute alte Zeit

"Wenn man jetzt die richtigen Schritt macht, dann kann man in allen Belangen wieder 'Back to the Basics' gehen." Stuck hofft auf die neuen "alten Zeiten".

Die Fans sollten Formel-1-Boss Ecclestone vertrauen: "Bernie war immer seiner Zeit weit voraus, mit den Dingen die er kreiert hat. Und ich glaube er ist, trotz seines Alters, immer noch ein Vorreiter."

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