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Lewis Hamilton gewann beim letzten F1-Grand Prix auf dem Hockenheimring © getty

Der Gemeinderat der Stadt räumt den Streckenbetreibern eine letzte Frist ein. Ministerpräsident Oettinger will Ecclestone treffen.

Hockenheim - "Galgenfrist" und neue Hoffnung für den Hockenheimring:

Der Gemeinderat der Stadt Hockenheim hat den Streckenbetreibern in seiner Sitzung am Mittwoch einstimmig Zeit bis zum 15. März 2009 eingeräumt, um Lösungen zu finden, wie die veranschlagten sechs Millionen Euro Verlust durch den Formel-1-GP 2010 aufgefangen werden könnten.

Der Gemeinderat reagierte damit auf die Absichtsbekundungen aller Beteiligten nach einem Spitzentreffen zwischen Politik und Wirtschaft in der vorigen Woche, das Rennen für die Region und Deutschland erhalten zu wollen.

Verluste in Millionenhöhe

Für den Fall, dass bis zu diesem Stichtag keine konkreten Vorschläge vorliegen, wie das Rennen für die Stadt kostenneutral durchgeführt werden kann, hat der Gemeinderat allerdings beschlossen, dass der Hockenheimring, an dem die Stadt 94 Prozent der Anteile hält, nach 2010 selbst keine Formel-1-Rennen mehr durchführen lassen soll.

Zudem soll über einen Vertrag für die Zeit nach 2010 verhandelt werden. Der müsste dann allerdings wohl deutlich bessere Konditionen beinhalten als der bisherige.

In den letzten Jahren hat die Hockenheimring GmbH durch die Formel 1 Verluste in Millionenhöhe gemacht, die überwiegend von der Stadt aufgefangen wurden. Von 1,1 Millionen Euro 2005 kletterte das Defizit über 3 Millionen im Jahr 2006 auf 5,3 Millionen in dieser Saison.(Hersteller lehnen Hockenheim-Hilfe ab)

"Grenze erreicht"

Insgesamt hat die Stadt seit 2003 insgesamt 15 Millionen Euro für die Rennstrecke aufgebracht. "Damit ist die Grenze der finanziellen Zumutbarkeit erreicht", sagte Oberbürgermeister Dieter Gummer. Die für 2010 erwarteten 6 Millionen Euro Verlust sind bereits im Haushalt veranschlagt und blockieren damit weitere Investitionen der Stadt in allen anderen Bereichen.

Anders als beim Nürburgring, wo das Land Rheinland-Pfalz über seinen 90-Prozent-Anteil an der Rennstrecke die Verluste auffängt und durch die hohen Einnahmen für die gesamte Region rechtfertigt, ist Baden-Württemberg bislang nicht bereit, den Hockenheimring finanziell zu unterstützen.

Bessere Konditionen gefordert

Ministerpräsident Günther Oettinger kündigte am Dienstag lediglich an, sich persönlich mit Formel-1-Boss Bernie Ecclestone zu treffen, um über bessere Vertragskonditionen zu sprechen.

Hockenheimring-Geschäftsführer Karl-Josef Schmidt hatte zuletzt sogar öffentlich darüber nachgedacht, freiwillig schon auf das Rennen 2010 zu verzichten und aus dem Vertrag mit Ecclestone auszusteigen. Zudem hatte er Unterstützung vom Bund gefordert.

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