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Vor seinem Wechsel zu Ferrari fuhr Kimi Räikkönen für McLaren-Mercedes © getty

Ferrari-Präsident Di Montezemolo scherzt zwar über Räikkönens mäßiges Jahr, setzt den Finnen aber mit Überzeugung unter Druck.

Von Tobias Schröter

München - Die letzte Saison war nicht die des Kimi Räikkönen.

Während er 2007 in seinem ersten Ferrari-Jahr auf Anhieb den WM-Titel holte, fuhr er als Titelverteidiger dem Spitzenduo Hamilton/Massa meist hinterher.

Besonders frustrierend: Am Ende der Saison wurde dem "Iceman" eine Unterstützer-Rolle für seinen Teamkollegen Massa aufgebrummt. Außerdem musste er um sein Cockpit bangen, nachdem immer wieder der Name Fernando Alonso in Maranello gehandelt wurde.

Für das kommende Jahr hat Kimi deshalb Besserung gelobt - und die wird umgekehrt auch von ihm eingefordert.

"Ich denke, er ist sehr entschlossen und in guter Form. Er wird in diesem Jahr zurückkommen", sagte Scuderia-Präsident Luca di Montezemolo in einer Pressekonferenz in Maranello - eine positive Einschätzung, die Kimi indirekt aber in eine Bringschuld versetzt.

"Ein Freund von ihm ist gefahren"

Wir hatten Kimi nur bis Magny Cours im Cockpit, danach war er beschäftigt und hat einen Freund von ihm gefragt, ob er für ihn fahren kann", scherzte di Montezemolo.

"Dieser Freund war auch ein guter Fahrer, aber jetzt haben wir den richtigen Kimi wieder zurück. Wir dürfen nicht vergessen, dass er in seinem ersten Jahr bei Ferrari Weltmeister war."

Sätze, die dem Finnen eine hohe Last aufbürden - was passiert, wenn er die Erwartungen erneut nicht erfüllt?

Thema Alonso noch nicht abgehakt

Zunächst stärkt der Ferrari-Präsident seinem Fahrer-Duo den Rücken: "Im Moment haben wir keine Grauzonen bezüglich unserer Fahrer für die nächsten zwei Jahre. Deshalb haben wir den Vertrag Massa und Kimi ja vorab bis 2010 verlängert."

Dennoch: Der Name Fernando Alonso ist für di Montezemolo immer noch ein Thema.

"Er ist ein fantastischer Fahrer, ohne Frage. Ich mag ihn, er ist ein Champion und ein Anführer. Das Leben ist lang und in der Zukunft werden wir sehen", brachte er den Spanier wieder ins Gespräch.

Voll des Lobes für Massa

Außerdem schmerzhaft für Räikkönnen: Seinen Teamkollegen Felipe Massa lobte der Präsident in den höchsten Tönen.

"Ich was sehr stolz darauf, wie er auf die Situation in Brasilien reagiert hat: Ruhig, sportlich, freundlich, loyal. Er ist ein Ferrari-Gesicht, dass ich sehr mag."

Für di Montezemolo, der sich erneut gegen das KERS-System aussprach, trägt der WM-Zweite nicht die Schuld an der knappen Niederlage gegen Lewis Hamilton.

"Wir haben den Titel nicht beim Saisonfinale verloren, sondern bei Rennen wie Ungarn und Singapur. Das waren nicht seine Fehler, sondern unsere."

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