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Das Team um Adrian Sutil hofft für die nächste Saison auf einen Platz im Mittelfeld © getty

Die reichen Teams schlagen angesichts der Krise die Hände über dem Kopf zusammen, doch die kleinen Rennställe wollen Kapital schlagen.

Von Julian Meißner

München - Die Finanzkrise hat die Königsklasse des Motorsports weiter fest im Würgegriff.

Die Automobilkonzerne sind klamm, Sponsoren streichen ihre Etats, Sparpakete werden verabschiedet. Selbst an den Gehältern der fürstlich bezahlten Piloten wird mittlerweile gespart (zum Artikel "Kleinere Lohntüten für Massa Co.").

Heimlich, still und leise jedoch wächst gerade unter den chronisch erfolglosen Teams nun die Annahme heran, man könne in der allgemeinen Schräglage zum Sprung in die Elite ansetzen.

Massive Beschränkung der Aerodynamik

"Die neuen Regeln können alles verändern", mutmaßt Force-India-Fahrer und Formel-1-Urgestein Giancarlo Fisichella: "Wir werden sicherlich mehr Chancen bekommen als in diesem Jahr."

Die folgenschwersten Regeländerungen dürften die massive Beschränkung der Aerodynamik, die Rückkehr der rillenlosen Slicks und die verlängerte Lebensdauer der Motoren sein.

Experten versprechen sich spannendere Rennen mit mehr Überholmanövern bei gleichzeitig erheblichen Kosteneinsparungen.

Saisoneröffnung in Melbourne

Fisichella orakelt: "Wie sich die neuen Regeln auswirken, weiß niemand. Das werden wir erst in Australien sehen." In Melbourne findet am 29. März traditionell die Saisoneröffnung statt.

Fisichellas deutscher Teamkollege Adrian Sutil rechnet jedenfalls mit dem "Beginn einer neuen Ära", wie er in einem Interview auf der offiziellen Formel-1-Homepage verriet.

"Die Partnerschaft mit McLaren-Mercedes wird uns helfen, 2009 ein viel besseres Auto zu haben und bessere Ergebnisse einzufahren."

"Technische Partnerschaft"

Das Team des indischen Unternehmers Vijay Mallya bezieht im neuen Jahr seine Motoren vom Weltmeisterteam, hinzu kommt eine weiterführende "technische Partnerschaft".

Sutil, der 2008 in seinem unterlegenen Boliden bis auf wenige Ausnahmen völlig chancenlos war, macht sich Hoffnungen: "Alle im Team sehen die Zusammenarbeit als absolut positiv an. Wir alle glauben, dass wir es 2009 bis ins Mittelfeld schaffen und Punkte holen."

In der Debütsaison 2008 war der Nachfolger des Spyker-Rennstalls gänzlich leer ausgegangen.

Ein Problem sei allerdings, dass das neue Auto wohl erst im März einsatzbereit ist. "Ich kann es nun einmal nicht ändern", so Sutil: "Um ehrlich zu sein: Es ist besser, im März mit einem guten Auto zu starten als im Februar mit einem schlechten zu testen."

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