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Bernie Ecclestone fuhr bis 1958 selber Autorennen © getty

Die Formel 1 kommt nicht zur Ruhe. Bernie Ecclestone offenbart einen brisanten Ferrari-Sonderdeal mit unabsehbaren Folgen.

Von Thorsten Deppe

München - Es klingt unglaublich. Doch nach dem Blitz-Ausstieg von Honda droht der Formel 1 nun ein weit größerer Eklat.

Bernie Ecclestone gestand der Londoner "Times": "Wir haben uns Ferraris Loyalität erkauft." Demnach erhält das italienische Team bei gleichem Erfolg mehr Geld aus dem Topf als alle anderen Rennställe.

"Wenn sie die die Konstrukteurs-Weltmeisterschaft für sich entscheiden, dann erhalten sie 80 Millionen Dollar (etwa 58 Millionen Euro) mehr als wenn McLaren den Titel holt."

Di Montezemolo attackiert Ecclestone

Zu diesem Paukenschlag kam es durch die Attacke von Luca di Montezemolo, der Ecclestone in Maranello als "Diktator" bezichtigte und die Geschäftsvorgänge der "Königsklasse" als nicht "normal" rügte.

Zudem will der Ferrari-Präsident die Rennställe in Zukunft noch stärker an den Einnahmen der Formel 1 beteiligt sehen.

Daraufhin ließ der F-1-Chef die Bombe platzen: "Ferrari ist doch nicht blöd, aber auf der anderen Seite auch nicht besonders klug. Sie bekommen so viel mehr Geld als die anderen."

Der Ferrari-Deal

Bereits 2003 kam es zur speziellen Abmachung zwischen der "Scuderia" und der Rennserie. Die Hersteller zogen gegen Patriarch Ecclestone in Stellung drohten damit, eine eigene Rennserie zu starten.

Nur Ferrari zog sonderlich schnell den Schwanz ein.

"Sie waren das einzige Team, das die Allianz der Hersteller brach - warum sollten sie das machen?", sagte Ecclestone. "Da kommen die 80 Millionen Dollar ins Spiel. Wir haben Ferrari gekauft. Unser Deal mit Ferrari war, dass sie nicht wieder zu den anderen gehen."

320-Millionen-Dollar-Vorteil

Nach dem Rückzug von Ferrari zerbrach allmählich die Allianz der Hersteller und der Fortbestand der Formel 1 war gesichert.

Für die restlichen Rennställe bedeutet dies hingegen nichts anderes als eine Bevorteilung von Ferrari und Wettbewerbsverzerrung in der "Königsklasse".

Viermal gewann die "Scuderia" den Konstrukteurs-Titel seit 2003, was zu den üblichen Einnahmen einen Vorteil von insgesamt 320 Millionen Dollar bedeutet.

Noch mehr Sonderrechte

Doch di Montezemolo bemängelte zudem noch die Transparenz der jährlichen Einnahmen der Formel 1, worauf Ecclestone entgegnete: "Sie haben das Recht jemanden vorbeizuschicken, um sich alles anzusehen. Besonders Ferrari, mehr als jeder andere, hatte vom ersten Tag an das Recht dazu. Sie haben es aber nie getan."

Der F-1-Chef fügte noch hinzu: "Jemand, der behauptet, dass wir hierbei Fehler machen, den werde ich verklagen."

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