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Dr. Mario Theissen führt seit 2003 die Motorsport-Sparte von BMW © getty

Das neue Reglement und die Krise: BMW-Sportchef Mario Theissen ist überzeugt, dass sein Team von dieser Situation profitiert.

Von Peter Schmieder

München - Auch BMW ist von der Konjunktur-Krise betroffen. Der Münchener Autobauer verzeichnet einen Absatz-Einbruch von 25 Prozent.

Das Formel-1-Projekt steht aber laut BMW-Motorsport-Direktor Dr. Mario Theissen nicht auf der Kippe.

"Wir konnten den Vorstand vorweisen, dass wir den Aufwand seit Jahren senken."

"BMW kostet die Formel 1 schon jetzt 30 Prozent weniger als 2005", erklärt der 56-Jährige gegenüber "Spiegel-Online". Bemerkenswert angesichts der Tatsache das BMW zu dieser Zeit nur als Motoren-Lieferant für Williams fungierte.ad

"Formel 1 ist wertvoll"

Theissen verweist auf die stetig ansteigende Erfolgskurve der Blau-Weißen. Die BMW-Marketingexperten hätten mittlerweile festgestellt: "Die Formel 1 ist wertvoll für BMW". Nächstes Jahr könnte es noch weiter nach oben gehen für BMW-Sauber.

KERS unumstritten

Die KERS-Entwicklung ist im Team unumstritten. McLaren-Mercedes und Renault hatten wiederholt gegen das Hybrid-System gewettert und dessen Verschiebung gefordert (Haug fordert KERS-STOP). Wohl auch, weil das komplexe System bei den BMW-Konkurrenten für größere Schwierigkeiten sorgt.

"Das nicht offen ausgesprochene Argument der möglicherweise fehlenden Wettbewerbsfähigkeit scheint mir doch eine größere Rolle bei der Abneigung zu spielen", findet der BMW-Teamchef.

KERS wird bei BMW-Sauber von Beginn an einsatzfähig sein. "Ein Vorteil der auf der Strecke bis zu drei Zehntel pro Runde bringen könnte", meint Theissen im "Spiegel"-Interview.

Ab der Saison 2010 könnte dieser Entwicklungs-Vorsprung wieder dahin schmelzen. Laut FIA wird es ab 2010 eine Art Standard-KERS geben, das in allen Boliden eingesetzt werden muss.

Entwicklungen nehmen Fahrt auf

Für Theissen ist es aber trotzdem das beste Technik-Konzept der vergangenen zehn Jahre, selbst wenn die Formel-1-Oberen ein Standardkonzept bevorzugen: "Unsere Entwicklung und der Transfer in die Serie nehmen Fahrt auf, egal was passiert".

Die Zukunft der Königsklasse sieht der BMW-Sportchef jetzt endlich positiv. Die Reglement-Änderungen seien richtig, aber Theissen befürchtet, dass das Feld im nächsten Jahr noch weiter auseinanderfallen wird.

Die einschneidenden Änderungen würde aber nicht jedes Team gut verkraften: "Manche Teams schaffen in solchen Situationen den großen Wurf, während andere nachkorrigieren. In den darauffolgenden Jahren werden die Autos näher zusammenrücken."

Der Titel ist das Ziel

Dass BMW-Sauber der große Wurf gelingt, davon ist Theissen überzeugt.

"Das Ziel ist, um den Titel mitzukämpfen. Der Rest ist Sport. Die letzten Zehntelsekunden bis zur Spitze sind die schwersten."

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