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Michael Schumacher feierte sein Formel-1-Debüt am 25. August 1991 in Spa. © imago

Schumi wird am 3. Januar 40 - und das als halber Milliardär. 1989 war er noch eigenwilligen Geldgebern ausgeliefert.

Von Peter Schmieder

München - Michael Schumacher gilt als einer der reichsten Einwohner in seiner Wahlheimat Schweiz. Am dritten Januar wird der erfolgreichste Rennfahrer der Welt 40 Jahre alt.

91 Siege, 68 Pole-Positions und sieben Weltmeister-Titel haben dem Kerpener geschätzte 540 Millionen Euro eingebracht. Michael Schumacher muss sich um die finanzielle Zukunft wohl nie wieder Sorgen machen. Er weiß aber nicht mal so recht, was er als Beruf angeben soll.

Vor 20. Jahren sah das noch ganz anders aus, denn Schumacher stammt aus eher bescheidenen Verhältnissen. Vater Rolf war Kaminbauer und später, zusammen Mutter Elisabeth, Pächter einer Kartbahn. Geld für Schumis Renn-Karriere war knapp.ad

Omas Sparstrumpf

Oma Schumacher musste schon mal mit 20.000 Mark in den Sparstrumpf greifen, um die Kart-Laufbahn ihres Enkel zu sichern. Nicht zu vergessen, auch Bruder Ralf meldete schon bald eigene Rennsport-Ambitionen an.

Die Finanzierung der Rennfahrer-Karriere des talentierten Michaels stand immer wieder auf Messers Schneide. Vor dem ersten Grand Prix im belgischen Spa schlief die Schumacher-Gefolgschaft nicht im exklusiven Wohnmobil oder Hotel, sondern in einer nahe gelegenen Jugendherberge.

Der "Zeit" verriet der Rekordweltmeister, dass er gerade zu Beginn seiner Karriere auf unterschiedlichste Geldgeber angewießen war.

"Habe Bananen geholt"

Einige der Sponsoren sorgten, so ganz nebenbei, noch für eine gesunde Ernährung

"Chiquita war einer meiner ersten Sponsoren", sagte Schumacher der Wochenzeitung. Und diese Partnerschaft hatte Folgen. Schumacher schildert die Vorgänge während der Formel-3-Saison 1989 sehr anschaulich: "Vor jedem Rennen bin ich zum Händler und habe Bananen abgeholt."

"Bananenkompott zum Frühstück, zum Mittagessen, zum Abendessen", bemerkte Schumacher ironisch und erläuterte, wie Sponsor "Chiquita" dem späteren Formel-1-Piloten pro Renneinsatz ein gewisses Kontingent an Bananen zukommen ließ.

Auch, wenn diese Anekdote wohl eher zum schmunzeln ist, so war es für Schumacher nie einfach im Profi-Rennsport Fuß zu fassen: "Ich war immer nur froh, es bis dahin geschafft zu haben, wo ich gerade war", gestand der ehemalige Racer und siebenmalige Weltmeister.

Glück allein?

Ob er sich damals erträumt hätte, 15 Jahre später als Rekord-Weltmeister abzutreten? Schumacher antwortete: "Ich träume nachts, aber tagsüber bin ich Realist."

Der Rekord-Champ gibt zu, dass er im Laufe seiner Karriere abergläubisch wurde: "Ich bin immer nur von Links ins Auto gestiegen. Das hat mir Glück gebracht."

91 Grand-Prix-Siege sind allerdings mit Glück allein nicht zu erklären.

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