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Felipe Massa: Fundamentale Rolle des Fahres hat kein Sparpotenzial © getty

Felipe Massa kann der Forderung nach Gehaltkürzungen seines Chefs Domenicali nichts abgewinnen. Er besteht weiter auf die Millionen.

Von Peter Schmieder

München - Felipe Massa wird in der kommenden Saison den Gürtel enger schnallen müssen. Zumindest, wenn es nach dem Geschmack seines direkten Vorgesetzten geht.

Vergangene Woche hatte sich Ferraris Teamchef Stefano Domenicali für eine Gehaltskürzung stark gemacht. Der Italiener ist der Meinung, dass auch die Fahrer ihren Teil zur Krisenbewältigung beitragen sollten.

Dem italienischen Magazin "Autosprint" hatte Domenicali gesagt: "Wenn die Krise anhält, müssen alle Wege für Einsparungen geprüft werden. Ich glaube nicht, dass die Teams bereit sind, den Fahrern weiter solche Gehälter zu bezahlen." (Kleinere Lohntüten für Massa Co.) ad

Massa: "Fundamentale Bedeutung des Fahrers"

Am Rande einer UNICEF-Veranstaltung äußerte nun Massa völlig erwartungsgemäß seine Abneigung zu den Sparmaßnahmen seines Chefs. "Ich neige nicht zu dieser Auffassung", sagte der Brasilianer und lieferte die Begründung gleich mit: "In einem so umkämpften Sport wie der Formel 1 spielt der Fahrer eine fundamentale Rolle."

Deshalb dürfe man den Fahrern ihre schwer verdienten Brötchen nicht abspenstig machen.

Gürtel nicht enger schnallen

Dennoch ist Massa offensichtlich nicht grundsätzlich Sparmaßnahmen gegenüber abgeneigt. "Je mehr Leute daran arbeiten", sagte er, "desto besser wird es für alle." Der Vize-Champ schließt aber aus, dass lediglich er und seine Kollegen die Gürtel enger schnallen.

Angesichts des drohenden Personalabbau bei allen Teams eine sehr fragwürdige Einstellung.

Fast 10 Prozent des Ferrari-Etats

Denn Massa wird in der Formel-1-Gehaltsliste 2008 auf Platz vier geführt. Glaubt man den inoffiziellen Zahlen, verdient der Brasilianer 12 Millionen Dollar im Jahr.

Zusammen mit Teamkollege Kimi Raikkönen, der auf Platz zwei mit 22 Millionen Dollar steht, liegt die "Personalkostenstelle Piloten" also bei 34 Millionen. Das sind immerhin rund acht Prozent des Gesamt-Etats der Scuderia.

Topverdiner ist der zweimalige Weltmeister Fernando Alonso. Der Spanier sahnte in der vergangen Saison satte 28 Millionen Dollar ab.

Allerdings hat dessen Rennstall Renault beim zweiten Fahrer die Daumenschrauben angelegt: Nelson Piquet jr. ließ sich in seiner ersten Saison mit einem "Hungerlohn" von gerade einmal einer Million Dollar abspeisen.

Ein Ferrari ohne Ferrari-Motor ist kein Ferrari

Nicht nur bei den Gehaltseinbußen, auch von einer weiteren Sparmaßnahme ist Massa alles andere als überzeugt. Er hegt auch Ressentiments gegen die zukünftige Motoren-Regelung.

Zwar sei es sinnvoll zu sparen, ein Standard-Motor spreche jedoch gegen alles was die Formel 1 darstellt, sagte Massa: "Ein Ferrari ohne Ferrari-Triebwerk -ist kein Ferrari."

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