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Fernando Alonso holte sich zwei WM-Titel im direkten Duell gegen Schumacher © getty

Renault-Teamchef Flavio Briatore sieht Fernando Alonso als den besseren Fahrer an - zumindest in bestimmten Situationen.

Von Peter Schmieder

München - Jede Formel-1-Epoche hat ihre Ikone. Jene Fahrer, die der Königsklasse über Jahre hinweg ihren Stempel aufdrückten. Prost, Senna, Mansell oder Schumacher. Doch die Lücke, die der Rekordweltmeister nach seinem Rücktritt hinterlassen hat, konnte bisher noch niemand schließen. Oder doch?

In Frage kommt nur eigentlich nur einer: Fernando Alonso. Er ist der einzige noch aktive Fahrer, dem es gelungen ist, Schumacher zu besiegen. 2005 und 2006 wurde der Asturier im direktern Duell mit Schumacher Weltmeister.

Raikkönen und Massa scheiterten bei ihren Versuchen. Und Lewis Hamilton fuhr zu dieser Zeit noch Formel 3. Hat Alonso die Ikone Schumacher vom Altar gestoßen?

Wenn einer diese Frage beantworten kann, dann ist es Flavio Briatore. Der Italiener war von 1991 bis 1995 Schumachers Teamchef bei Benetton. Zehn Jahre später verhalf er Alonso zu seinen WM-Titeln. ad

Alonso unter Druck besser

Doch im Allgemeinen will der Renault-Teamchef die beiden nicht vergleichen: "Sie sind zwei verschiedene Fahrer aus eben zwei verschiedenen Epochen der Formel 1", erklärt Briatore dem britischen Fachblatt "F1-Racing."

In einem entscheidenden Punkt sieht er den Spanier jedoch im Vorteil: "Ich glaube, dass Fernando weniger Fehler macht als Michael. Je mehr man Fernando unter Druck setzt, desto besser wird er. Michael war unter Druck nicht so gut."

Briatore will Alonso halten

Also doch: Alonso besser als Schumacher? Ganz uneigennützig hat Briatore diese Aussagen freilich nicht getroffen. Schließlich ist der Spanier immer noch sein Angestellter, den es in Hinsicht auf die neue Saison zu puschen und vor allem langfristig zu halten gilt.

Der Spanier hat immer wieder mit einem Wechsel kokettiert, sollte Renault ihm kein siegfähiges Auto bauen. Auch Ferrari wurde wiederholt als verheißungsvollere Alternative genannt. Sollte ab 2010 ein Cockpit bei den Roten frei werden, dann sitzt Alonso wohl drin.

Sollte dem so sein, dann müsste Fernando Alonso sechs Weltmeister-Titel mit der Scuderia einfahren - dann wäre er beste.

Alonso und Schumacher im Ferrari

In der vergangenen Woche hatte sich Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo sehr bezeichnend zu diesen Wechselgerüchten geäußert: "Ich hätte ihn unter Vertrag nehmen können, als er noch im Minardi saß - aber das Leben ist lang."

Hätte er das getan, dann wären Schumacher und Alonso von 2002 bis 2006 Teamkollegen gewesen - und ein echter Vergleich gegeben.

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