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Ross Brawn (l.) und Jenson Button blicken weiterhin in eine ungewisse Zukunft © getty

Doch keine Rettung für das ehemalige Werksteam? Ein Sprecher des angeblichen Käufers aus Mexiko dementiert eine Einigung.

Von Matthias Becker

München - Der Erleichterung folgt das Durcheinander:

Nachdem die Nachricht von der Übernahme des Honda-Rennstalls durch den mexikanischen Milliardär Carlos Slim die Formel-1-Szene erfreute, sorgt nun ein Dementi für Verwirrung.

Slim habe Honda "nicht gekauft. Es gibt keine Übereinkunft und es laufen auch keine Verhandlungen", erklärte ein Sprecher der Firmengruppe des zweitreichsten Mannes der Welt der mexikanischen Tageszeitung "Reforma".

War also alles nur eine dicke fette Weihnachtsente und die Hoffnungen der 700 Mitarbeiter des Rennstalls umsonst?

Bestätigung vom Sohn

Glaubt man Slims Sohn, der hinter dem Engagement seines Vaters im Motorsport stehen soll, dann ja.

Slim jr. Bestätigte in einer SMS an "Reforma" die Aussagen des namentlich nicht genannten Konzernsprechers.

Fry dementiert

Auch Nick Fry, Geschäftsführer des Honda-Rennstalls, wollte von einer bereits erfolgten Einigung nichts wissen und spricht weiter von Verhandlungen mit vier potenziellen Käufern.

Dabei soll es sich nach Informationen des Internetdienstes "autosport.com" um Slim, den Prodrive-Chef David Richards, den griechischen Reeder Achilleas Kallakis und eine anonyme Investorengruppe aus der Schweiz handeln.

Brawn: "Pure Spekulation"

Teamchef Ross Brawn spricht zwar auch von mehreren Interessenten, verweist ein Interesse Slims aber ins Reich der Fabel.

"Es wäre großartig, wenn es so wäre", sagte Brawn der britischen Tageszeitung "Telegraph" und ergänzte: "Das sind pure Spekulationen der Medien. Es handelt sich um eines dieser Gerüchte, die plötzlich ein Eigenleben entwickeln."

Italienische Zeitung berichtet über Slim-Einstieg

Geburtshilfe leistete am Samstag die italienische Tageszeitung "La Stampa", die von einem bereits bestehenden Vertrag Slims über den Honda-Kauf berichtete (Honda-Team vor der Rettung) .

Demnach solle der Gründer und Besitzer der "Telmex"-Gruppe, der mit einem geschätzten Vermögen von 60 Milliarden Dollar als zweitreichster Mann der Welt gilt, den Rennstall für 160 Millionen Dollar übernehmen.

Zudem sei der Rennbetrieb für die kommenden vier Jahre mit einem jeweiligen Jahresetat von 300 Millionen Euro gesichert. Das Fahrer-Team sollten Jenson Button und der von einer "Telmex"-Tochterfirma gesponserte Bruno Senna bilden.

"Das Team ist gerettet"

"Das Team ist gerettet", soll Slim "La Stampa" zu Folge gesagt haben. Allerdings wolle er den Kauf nicht bestätigen "bevor nicht alle Details geklärt sind."

Nun scheint es so, als seien mehr als nur Details zu klären. Beispielsweise, ob Slim überhaupt jemals an Honda interessiert war - oder ob die entfachte Verwirrung zum Pokerspiel eines gewieften Geschäftsmannes gehört.

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