vergrößernverkleinern
Kimi Räikkönen sitzt seit 2007 hinterm Steuer eines Ferrari © getty

Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali verteilt ein Kompliment mit Seitenhieben an Räikkönen. Ein deutsches Team kritisiert er.

Madonna di Campiglio - Ein ungewöhnliches Kompliment mit ironischen Seitenhieben hat Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali am Mittwoch in Richtung seines Fahrers Kimi Räikkönen ausgesprochen.

"Kimi lebt in einer anderen Welt. Er lebt auf einem anderen Planeten", sagte Domenicali, bezeichnete dies aber gleichzeitig als Stärke des finnischen Ex-Weltmeisters.

"Kimi isoliert sich. Wenn er Druck verspürt, dann nur aus sich selbst heraus. Alles, was von Außen kommt, berührt ihn überhaupt nicht, das ist unglaublich", so Domenicali weiter.

Kampf um Weiterbeschäftigung

Man habe nicht erwarten können, dass der "Iceman" aus der Winterpause komme "und plötzlich Italienisch gelernt hat, um sich besser mit seinem Team verständigen zu können oder dass er plötzlich ein Lächeln mehr auf dem Gesicht trägt. Das ist nicht seine Art. Aber er ist ganz ungeduldig darauf, wieder Rennen zu fahren und zu gewinnen."

Räikkönen kämpft nach einem enttäuschenden Jahr 2008 in dieser Saison um seine Weiterbeschäftigung bei Ferrari, auf Gerüchte zu einem Vorvertrag mit Ex-Weltmeister Fernando Alonso (Spanien/Renault) wollte Domenicali aber nicht weiter eingehen:

"Fernando ist ein großer Fahrer. Aber wir sind mit Kimi und Felipe Massa sehr glücklich."

"Ein Reinigungsprozess"

In der derzeitigen Finanzkrise sieht der Ferrari-Teamchef eine große Chance für die Formel 1.

"Es ist eine schwierige Zeit. Eine Periode, die es so noch nicht gegeben hat. Aber die Formel 1 wird stärker werden durch diese Krise", meinte Domenicali.

"Vorher ist manches etwas übertrieben gewesen. Nun setzt ein Reinigungsprozess ein. Man analysiert vieles genau und gibt mehr Geld aus, für das, was wichtig ist und weniger für das, was einem nicht wichtig scheint."

Wenn die Krise irgendwann vorbei sei, "und der Markt anzieht, hat man wieder ein sehr starkes Produkt". Ferrari werde sich bemühen, keine Arbeitsplätze zu streichen."

Schelte für BMW

Nicht in diese Zeit passt laut Domenicali das neue Hybridsystem KERS. Zwar sei er von diesem bei ersten Tests positiv überrascht gewesen, "aber es war der falsche Moment, um ein so komplexes System einzuführen. Da wurde viel Geld zum Fenster rausgeschleudert."

Nicht gefallen habe ihm in diesem Zusammenhang die Rolle von BMW, das sich als einziger Befürworter des Systems bei der Fahrervereinigung FOTA durchgesetzt habe.

"Es ist festgelegt worden, dass Beschlüsse in diesem Gremium einstimmig geschlossen werden müssen. Dafür muss man manchmal Kompromisse eingehen. Das haben alle akzeptiert außer BMW", so Domenicali: "Nur wenn alle zusammenhalten, wird die Zukunft der Formel 1 rosa und nicht so schwarz, wie sie jetzt ist."

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel