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Timo Glock und seine Kollegen Jarno Trulli und Kamui Kobayashi auf dem TF109 © intern

Auch Toyota spart beim Rollout des neuen TF 109: Der Rennstall von Timo Glock stellt den Boliden wie Ferrari im Internet vor.

Köln - Der TF109 sah aus wie das Batmobil (55103Hier zu den Bildern), Timo Glock und Jarno Trulli blickten wie Actionstars von einem Plakat und die Konkurrenz wurde mit einem geheimnisvoll-kämpferischen Trailer gewarnt.

Das Formel-1-Team Toyota inszenierte die Präsentation seines neuen Autos wie einen Hollywood-Film und lässt keinen Zweifel offen, was das einzig wahre Happy-End sein könnte: Der erlösende erste Grand-Prix-Sieg im achten Jahr in der Königsklasse.

"Es ist Zeit, zu gewinnen" hieß es unmissverständlich in dem Spot, mit dem die Fans auf der teameigenen Homepage zur exklusiven Übertragung der Präsentation begrüßt worden - auf eine Präsentation im Kölner Werk verzichteten die Japaner aus Kostengründen.

Ziel: Grand-Prix-Sieg

Das Auto wird auf dem Plakat als "Contender", der Anwärter, betitelt. Und auch Toyota-Präsident Tadashi Yamashina ließ keinen Zweifel offen: "Unser klares Ziel ist es, in diesem Jahr den ersten Sieg in der Formel 1 zu holen."

Große Hoffnungen setzen die Japaner dabei auf Glock (DATENCENTER: Porträt Timo Glock). Der 26 Jahre alte Odenwälder überzeugte in seiner ersten kompletten Saison als WM-Zehnter und sorgte mit seinem zweiten Platz in Budapest für ein Highlight.

Selbstbewusster Glock

"Toyotas Ziel ist es, zu gewinnen. Und meines ist es auch. Und ich habe nicht den geringsten Zweifel daran, dass wir das Potenzial dazu haben", sagte er selbstbewusst: "Es war toll, in der ersten Saison einen zweiten Platz erleben zu dürfen. Doch an den Champagner auf dem Podium könnte ich mich gewöhnen. Deshalb will ich in diesem Jahr unbedingt häufiger aufs Podium fahren - und ein Sieg wäre natürlich der absolute Traum."

Schon im Vorjahr habe er die WM "vor mehreren Fahrern beendet, die schon Grand Prix gewonnen haben", ergänzte Glock: "Und ich habe mich in technischer Hinsicht sehr verbessert."

Vorteil durch Regeländerungen

Von den vielen Regeländerungen und damit verbundenen Änderungen an seinem neuen Dienstwagen zeigt sich Glock demnach auch unbeeindruckt: "Die Autos, die ich in den vergangenen fünf Jahren gefahren habe, waren alle sehr unterschiedlich. Vom Jordan 2004 angefangen über die Autos in der Champ-Car-Serie und der GP2 bis hin zu Toyota. Deshalb habe ich keinerlei Bedenken, dass ich mit dem neuen Fahrzeug schnell klarkommen werde."

Als großen Vorteil sieht Glock die Rückkehr zu den Slicks. Diese ist er nämlich aus anderen Rennserien gewöhnt, während sie in der Formel 1 1997 abgeschafft wurden.

"Alle starten bei Null"

Und die Finanzkrise, die alle Teams zum Sparen zwingt, könnte nach Ansicht des Deutschen ebenfalls Toyota entgegenkommen, das angeblich seit Jahren den höchsten Etat im Feld hat: "Nach Regeländerungen starten alle wieder bei Null, und der Vorteil der Top-Teams aus dem Vorjahr ist automatisch kleiner."

Für Teamchef John Howett ist das Thema Finanzen noch keineswegs beunruhigend: "Wir sind gut aufgestellt."

Yamashina glaubt zudem, dass Toyota "eine der besten Fahrer-Besetzungen in der Formel 1 hat".

Zumindest stimmt die Mischung zwischen dem aufstrebenden Glock und dem erfahrenen WM-Neunten Trulli, der in seine 13. WM-Saison geht, bereits die fünfte davon bei Toyota (DATENCENTER: Die Toyota-Saison 2008).

Gemeinsam mit Glock holte er im Vorjahr 56 Punkte und damit mehr als in den beiden Vorjahren mit Ralf Schumacher als Teamkollege zusammen (48). Und auch für den 34-Jährigen gibt es 2009 nur ein Ziel: "Ich bin schon einen langen Weg mit Toyota gegangen, und deshalb wäre es unglaublich, den Traum vom ersten Sieg zu erfüllen."

Motorenchef geht

Allerdings muss das Team künftig ohne Motorenchef Luca Marmorini auskommen.

Der Italiener hat Toyota auf eigenen Wunsch verlassen und wird durch den Japaner Kazuo Takeuchi ersetzt.

Marmorini, der seit dem Formel-1-Einstieg 2002 für Toyota tätig war, hat allerdings noch kräftig am Auto für die Saison 2009 mitgearbeitet, so bei der Gestaltung des Motors und der Umsetzung des neuen Hybridsystems KERS.

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