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Felipe Massa und Kimi Räikkönen bilden seit zwei Jahren das Ferrari-Gespann © getty

Der teaminterne Zweikampf startet von neuem: Ferrari räumt Felipe Massa und Kimi Räikkönnen die gleichen Möglichkeiten ein.

Von Marc Ellerich

München - Im Finale der abgelaufenen Saison musste der Weltmeister beiseite treten. Ferrari setzte alles auf Felipe Massa und dessen Titelkampf gegen den späteren Champion Lewis Hamilton.

Kimi Räikkönen, der Weltmeister des Vorjahres, kam nur noch eine Statisten- und Helferrolle für den Kollegen zu.

Das soll 2009 wieder anders werden. Der finnische "Iceman" ist nach eigenen Worten wieder aus seiner Lethargie erwacht und will ab März voll in den WM-Kampf eingreifen.

Der als stoisch bekannte Räikkönen hat im Winter sogar Italienisch-Lektionen genommen, um in seinem dritten Jahr bei den Roten besser mit seinem Team kommunizieren zu können.

Zudem soll sich Räikkönen eine Diät auferlegt haben, um fitter in die Duelle mit dem McLaren-Mercedes-Weltmeister Hamilton und gegen seinen Teamkollegen zu gehen.

"Bevorzugen niemanden"

Von seinem Rennstall erfährt der Schweiger aus Espoo jedenfalls die volle Unterstützung.

Auf den Ferrari-Tagen in Madonna di Campiglio wurde Räikkönen, der zum Ende der letzten Saison einen Vertrag bis 2010 unterzeichnet hatte, hundertprozentige Gleichberechtigung gegenüber Massa zugesichert. 54017(DIASHOW: Ferrari-Rollout)

"Wir bevorzugen niemanden", erklärte Teamchef Stefano Domenicali in dem Dolomiten-Skiort: "Sie bekommen die gleichen Möglichkeiten und am Ende der Saison werden sie anhand ihrer Leistungen bewertet."

Lob für beide Piloten

Der Italiener bedachte seine beiden Piloten zweieinhalb Monate vor dem Saisonstart mit jeder Menge lobender Worte.

Er habe Massa erholt und motiviert sowie nach dem engen WM-Showdown, den der Brasilianer nur mit einem Punkt Rückstand gegenüber Hamilton verloren hatte, menschlich gereift erlebt.

Und Räikkönen? "Kimi kann es nicht erwarten, zurück ins Auto zu kommen", glaubt Domenicali: "Er will zeigen, dass er wieder der alte ist, nachdem Präsident Montezemolo sich darüber lustig gemacht hatte, es müsse sich um einen Zwillingsbruder gehandelt haben, der zum Schluss im Auto gesessen hatte."

Damit nicht genug des Lobes: "Kimi hatte und hat die enorme Fähigkeit, sich einfach von seiner Umwelt abzuschotten. So spürt er niemals irgendwelchen Druck von außen." ("Auf einem anderen Planeten")

Neuer Renningenieur für Räikkönen

Für ein Comeback des "Iceman" spricht auch eine personelle Veränderung im Ferrari-Team.

Mit Andrea Stella wird Räikkönen ein neuer Renningenieur zur Seite gestellt. Stella ersetzt Chris Dyer, mit dem die Zusammenarbeit zuletzt nicht mehr reibungslos verlief.

"Keinerlei psychologischen Druck"

Zweifel, dass die teaminterne Rivalität sein Team erneut den WM-Titel kosten könnte, hat Domenicali angeblich nicht. (DATENCENTER: Saisonverlauf von Ferrari 2008)

"Letztes Jahr haben wir nicht einen einzigen Punkt wegen eines Fehlers der Fahrer verloren", behauptete der Italiener.

"Das Team arbeitet für beide Piloten, und wenn wir ihnen ein konkurrenzfähiges Auto hinstellen, werden wir teamintern keinerlei psychologischen Druck haben."

Alonso-Gerücht dementiert

Weshalb Domenicali abschließend erneut das stets wiederkehrende Gerücht um eine Verpflichtung des spanischen Doppel-Weltmeisters Fernando Alonso beerdigte:

"Unsere Fahrer haben Verträge unterschrieben, und selbst, wenn Präsident Montezemolo sagte: 'Abwarten": Fernando ist ein großer Fahrer, aber wir sind außerordentlich glücklich mit unseren beiden Piloten."

Überraschende Nummernverteilung

Für den Automobil-Weltverband FIA steht die Reihenfolge der beiden Ferrari-Stars bereits vor Saisonbeginn fest. Er teilte dem WM-Dritten Kimi Räikkönen für 2009 überraschend die Startnummer drei zu, während Vize-Weltmeister Massa mit der Nummer vier auf seinem Wagen in die Rennen starten wird.

"Da muss sich die FIA vertan haben", nahm der Brasilianer die Nummernverteilung relativ gelassen hin.

Doch Massa hat Räikkönen ebenfalls auf der Rechnung: "Ich erwarte, dass er aggressiv gegen mich vorgehen wird."

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