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Seit 1981 war Ron Dennis (l., mit Hamilton) Teamchef von McLaren-Mercedes © getty

Mercedes-Sportchef Norbert Haug bestreitet, dass McLaren-Teamchef Ron Dennis aus dem Amt gedrängt wurde: "Ein normaler Prozess."

Von Marc Ellerich

München - Die Bombe platzte am Freitag während der Präsentation des neuen Silberpfeils (55649Hier zu den Bildern) am McLaren-Werk im englischen Woking. Mit dem von Weltmeister Lewis Hamilton enthüllten MP4-24 will das McLaren-Mercedes-Team seinen heiß erkämpften WM-Titel aus dem Vorjahr verteidigen. Doch einer wird bei dem Projekt fehlen.

Teamchef Ron Dennis wird noch vor dem Beginn der neuen Saison am 29. März zurücktreten. Ab 1. März wird er nicht mehr Chef des englisch-deutschen Rennstalls sein.

Sein Nachfolger wird der bisherige McLaren-Geschäftsführer Martin Whitmarsh.

Dennis versuchte seinen Abgang noch in Woking niedrig zu hängen. "Ich sehe keinen Grund zur Aufregung", sagte er: "Es ist absolut der richtige Zeitpunkt für Martin gekommen, um Teamchef zu werden. Ich werde weiterhin bei vielen Rennen zu Gast sein, wenn auch nicht bei allen. Meine Leidenschaft ist weiterhin groß." Die Entscheidung zum Rücktritt habe er "zu 100 Prozent selbst getroffen. Bitte sehen sie diesen Schritt nicht als Aufgabe meinerseits an."

Dennis war seit 1981 Mitbesitzer und Teamchef von McLaren (DATENCENTER: Die McLaren-Mercedes-Saison 2008).

An der Entstehung der Partnerschaft mit Mercedes 1995 hatte er maßgeblichen Anteil.

Auch Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug war gegenüber Sport1.de bemüht, der Personalie das Spektakuläre zu nehmen.

"Das ist ein ganz normaler Prozess", sagte der Schwabe auf Nachfrage von Sport1.de während einer Telefonkonferenz mit Journalisten: "Ron wird nach wie vor dabei sein. Er ist ein Freund von mir - von uns."

"Da wurde von unserer Seite nicht gedrängt", so das Mercedes-Vorstandsmitglied weiter: "Diese Frage hat sich einfach ergeben. Das ist ein langer Prozess, die Diskussion war schon zu früheren Zeiten da."

Anfang des Vorjahres hatte es nach der empfindlichen Strafe in der Spionageaffäre bereits Spekulationen gegeben, Mercedes könne den Anteil von Dennis übernehmen und diesen ablösen.

Damit hänge die aktuelle Entwicklung aber nicht zusammen, so Haug: "Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun." Haug: "Es ist vielleicht für das tägliche Formel-1-Leben von Ron eine Marscherleichterung. Er wird sich um Aufgaben in der Gruppe kümmern."

So könnte sich der 61-Jährige um die Entwicklung des neuen Hightech-Boliden McLarenSLR kümmern. Er selbst kündigte jedenfalls an: "Ich werde noch härter arbeiten und mehr Verantwortung in der gesamten Gruppe übernehmen."

Ob ihm die Zeit dafür gelassen wird, wird sich in Zukunft erweisen.

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