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So sieht es aus, das neue Arbeitsgerät von Nick Heidfeld und Robert Kubica ©

BMW-Sauber enthüllt als letztes Top-Team sein neues Auto, und das verzichtet auf einigen Schnickschnack - wie die vielen Zusatzflügel zuletzt.

Valencia - Die Silberpfeile und die Roten sollen in diesem Jahr ihr weiß-blaues Wunder erleben:

Mit einer klaren Zielsetzung und einer deutlichen Kampfansage hat am Dienstag mit der Präsentation des neuen Autos in Valencia für BMW-Sauber die vierte Saison als eigenständiges Formel-1-Team begonnen.

"Wir haben alle unsere Ziele in den ersten drei Jahren realisiert, und ich sehe keinen Grund, warum wir das schwerste nicht auch erreichen sollten", meinte BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen und kündigte der Konkurrenz einen heißen Tanz an:

"Wir wollen mit den anderen zwei, drei großen Teams und die Titel mitkämpfen."

Kubica absolviert Jungfernfahrt

Zuvor hatten die Münchner als letzter der vier Titelanwärter (Ferrari, McLaren-Mercedes, Renault) den BMW-Sauber für die Saison 2009 vorgestellt. Um 9 Uhr enthüllten die Fahrer Nick Heidfeld und Robert Kubica in Valencia den neuen Boliden F1.09 57132 (DIASHOW: Heidfelds neuer Flitzer).

Anschließend absolvierte Kubica die Jungfernfahrt auf dem Grand-Prix-Kurs, der 2008 seine Formel-1-Premiere erlebte. Nachdem im Vorjahr in Montreal der erste Sieg eingefahren wurde (Kubica und Heidfeld sorgten sogar für einen Doppelsieg), will BMW jetzt den ganz großen Coup landen.

Heidfeld will um den Titel mitfahren

Heidfeld, der im vergangenen Jahr klar im Schatten Kubicas stand und zwischenzeitlich sogar um sein Cockpit bangen musste, hat sich für seine fünfte Saison mit BMW ebenfalls viel vorgenommen. "Ich hoffe, dass das Auto gut genug ist, damit wir um den Titel mitfahren können", sagte er.

Kubica wird noch deutlicher: "Ich denke, wir werden bei beiden Titeln zu den Anwärtern gehören."

"Alle unsere Ziele realisiert"

Planungen gehen über 2009 hinaus

Auch Theissen zeigte sich nach dem Aufschwung 2008 mit dem Doppelsieg des auch diesmal als Titelhoffnung geltenden Polen Robert Kubica und Heidfeld in Kanada optimistisch.

"Wir haben alle unsere Ziele in den ersten drei Jahren realisiert, und ich sehe keinen Grund, warum wir das schwerste nicht auch erreichen sollten", meinte Theissen und kündigte der Konkurrenz einen heißen Tanz an: "Wir wollen mit den anderen zwei, drei großen Teams und die Titel mitkämpfen."

Gleichzeitig bekräftigte Theissen fast zeitgleich mit der Ankündigung des Werkes, 26.000 Angestellte vorübergehend in Zeitarbeit zu schicken, dass ein Ausstieg von BMW trotz der weltweiten Finanzkrise kein Thema ist.

"Unser Engagement ist in keinster Weise eingeschränkt. Das Budget für 2009 ist abgesichert, und wir planen bereits für 2010", sagte er: "Die Formel 1 bringt aus Gesichtspunkten des Marketings und der Technologie-Entwicklung mehr als sie kostet."

Völlig neues Gewand

Im Vergleich zu seinem Vorgänger präsentiert sich der neue Bolide in völlig neuem Gewand: Weil die Aerodynamik wegen des veränderten Reglements stark beschnitten ist, fällt der Frontflügel wuchtiger aus.

Der Heckflügel ist dagegen deutlich schmaler gestaltet. Geschichte sind die zuletzt zahlreichen Zusatzflügel. Statt auf auf Rillenreifen sind Heidfeld und Kubica laut Rennstall fortan auf profillosen Slicks unterwegs.

Radikale Neuerungen verbergen sich auch unter der Motorabdeckung: Neben KERS, dem System zur Rückgewinnung vom Bremsenergie, wurde unter anderem die Laufleistung des BMW P86/9-Motors verdoppelt.

Vorteile durch KERS?

Im Vorjahr, dem dritten nach der Teamgründung, hatte BMW-Sauber den dritten Rang in der Konstrukteurs-Wertung belegt und dabei die wenigsten Ausfälle aller Teams zu verzeichnen.

Erhebliche Vorteile verspricht sich der Rennstall mit Sitz in München und Hinwil/Schweiz von der Einführung des Hybridsystems KERS, die BMW als einziger großer Befürworter gegen den Willen anderer Teams durchsetzte.

Allerdings verlor das Team in einer Schweizer Bank (Credit Suisse) kurzfristig einen der wichtigsten Sponsoren.

Drei Teams fehlen noch

Ferrari 54017 (DIASHOW: Die neue rote Göttin), das 2008 zum achten Mal in den letzten zehn Jahren die Konstrukteurs-Wertung gewann, und McLaren-Mercedes mit Weltmeister Lewis Hamilton 55649 (DIASHOW: Der neue Silberpfeil) hatten vergangene Woche ihre neuen Autos vorgestellt.

Am Montag war Renault mit dem als Geheimtipp geltenden Ex-Weltmeister Fernando Alonso gefolgt 56756 (DIASHOW: Die Bilder des neuen R29).

Von den neun Teams müssen noch Red Bull mit Shootingstar Sebastian Vettel (9. März in Jerez) sowie Toro Rosso und Force India mit Adrian Sutil (beide noch ohne Termin) ihre Autos für die neue Saison präsentieren. Die Zukunft des früheren Honda-Teams ist nach dem Ausstieg des japanischen Werks noch unsicher. Die Saison beginnt am 29. März in Australien.

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