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Bernie Ecclestone und Max Mosley arbeiten seit den 70ern zusammen © getty

Bernie Ecclestone will die Formel 1 umkrempeln. Sein jüngster Vorstoß sieht Gehaltsobergrenzen und Transfers wie im Fußball vor.

Von Marc Ellerich

München - Was seine Formel 1 angeht, so war der große Zampano Bernie Ecclestone von jeher nie um kreative Ideen verlegen.

Seit geraumer Zeit traktiert der englische Mogul die PS-Königsklasse mit seinen Plänen von einem Medaillen-System (Schumi wäre immer noch der Beste).

Die Teams nehmen Ecclestones Brainstorming zur Kenntnis - und schweigen zumeist höflich (Zerbröselt Ecclestones Medaillensystem?).

Nun wird es spannend sein zu beobachten, wie der jüngste Vorstoß des früheren Autohändlers in der Branche ankommt.

Transfers wie im Fußball

Ecclestone sinnierte nämlich öffentlich über Anleihen der Formel 1 bei anderen Sportarten. Konkret hat sich der alternde Promoter offenbar den Fußball und dessen Geldpolitik zum Vorbild genommen.

Dem Briten schwebt für seinen PS-Zirkel offenbar ein Transferzirkus wie im globalen Fußballgeschäft vor.

"In der Fußballwelt kontrollieren sie die Gehälter" sagte Ecclestone und verwies auf ältere Pläne, die er bereits seit langem in der Tasche habe: "Vor 30 Jahren war Max Mosley (der heutige FIA-Präsident, d. Red.) unser Anwalt. Wir gingen zu berühmten Anwälten und hatten ein Transferschema zusammengestellt. Aber der alte Ferrari (Enzo Ferrari, d. Red.) wollte nicht zustimmen."

Er könne diese Idee jederzeit wieder umsetzen, kündigte Ecclestone an.

Weniger Geld für Teams

Dabei schwebt dem kreativen Engländer offenbar eine Art Salary Cap wie in anderen Sportarten üblich vor.

Gerechtfertigt wird diese Gehaltsdeckelung mit dem rigiden Sparkurs, auf dem sich die Rennsport-Klasse derzeit befindet.

Den Teams hatte Ecclestone zuletzt ohnehin einen geringeren Anteil an den Einnahmen der Formel 1 angekündigt: "Sie können gerne mehr Geld fordern. Aber sie werden es nicht kriegen."

Der Manager in der "Financial Times" weiter: "Wir müssen ihnen nicht mehr Geld bezahlen sondern weniger."

"Sollten Comics machen"

Unabhängig davon ventiliert der große alte Mann der Formel 1 weiter seine Idee von einer Medaillenvergabe.

"Wir müssen die Fahrer und Teams wieder nahbarer machen", sagte Ecclestone und weiter: "Wäre ich selbst Fahrer, würde ich mich nach meinem Karriereende über 36 Goldmedaillen mehr freuen als über 4622 Punkte."

Damit ist der Ideenschatz von "Mr. Formel 1" allerdings noch bei Weitem nicht erschöpft. Ecclestone schwebt offenbar vor, das Merchandising der Königsklasse auszuweiten - in Bild und Ton.

"Wir sollten Comics machen und solche Dinge. Wir machen jetzt etwas mit Universal (Konzern der Filmindustrie, d. Red.), eine Show mit Superstars weltweit."

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