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Seit 1994 ist Mercedes-Benz in der Formel 1. Drohte dem Engagement das Aus? © getty

Stand das F-1-Engagement bei Daimler zur Dispositon? Der Konzern dementiert eine Vorstandsabstimmung.

Von Peter Schmieder

München - Stand der Daimler-Konzern kurz vor der dem Formel-1-Rückzug?

Das Nachrichtenmagazin "Focus" hatte am Wochenende berichtet, dass die Konzernspitze über ein weiteres Engagement in der Formel 1 abgestimmt hat.

Die Entscheidung lautete: Pro Formel 1. Allerdings denkbar knapp. Der "Focus berichtete, dass nur eine Stimme das sprichwörtliche Zünglein an der Waage war.

Der Daimler-Konzern hat diesen Bericht nun dementiert: "Es gab keine Abstimmung im Vorstand zur Formel 1. Es ist allerdings richtig, dass wir unser Engagement in der Formel 1 fortsetzen."

Nach dem Mercedes Benz im Januar zehntausende Mitarbeiter in die Kurzarbeit geschickt hatte, war gemutmaßt worden, das der Vorstands-Vorsitzende Dieter Zetsche das "Millionengrab" Formel 1 in Frage stellen könnte.

Sportlich erfolgreich

Doch ein Rückzug in dieser für McLaren-Mercedes sportlich äußerst erfolgreichen Zeit, wäre Angesicht der bereits ausgegebenen Millionen wohl noch schwerer zu rechtfertigen, als der Verbleib in der Formel 1.

Schließlich steht in den Reihen des deutsch-britischen Rennstalls der aktuelle Weltmeister Lewis Hamilton. Neun Jahre hat Mercedes an diesem Ziel gearbeitet. Mika Häkkinen war bisher der einzige, wenn auch gleich zwei mal hintereinander, Champion des schwäbisch-britischen Konglomerates seit dem Mercedes-Einstieg im Jahr 1995.

Goldene Formel-1-Zukunft

Das Team hat Hamilton vom Formel-3-Talent zum jüngsten Formel-1-Weltmeister aller Zeiten aufgebaut. Hamilton hatte Teamchef Ron Dennis sogar als eine Art "Ziehvater" bezeichnet. McLaren Mercedes könnte mit dem "Jahrhundert-Talent" die nächste Formel-1-Epoche entscheidend mitprägen.

Das will sich Mercedes auf keinen Fall entgehen lassen. "Man kann nichts vorhersagen, aber wir zielen auf die gleichen Erfolge wie im letzten Jahr, tönt Mercedes-Sportchef Norbert Haug. Doch sportliche Erfolge um jeden Preis, gibt es auch beim früheren "Branchen-Krösus" McLaren-Mercedes nicht mehr.

Der Formel-1-Abteilung wurden die finanziellen "Daumenschrauben" angelegt. "Wir sind in die Effizienz-Programm im Haus genauso so integriert wie alle anderen Bereiche", rechtfertigt Haug das Projekt "Königsklasse".

"Wir geben als Hersteller deutlich weniger Geld aus als noch vor fünf Jahren", so Haug weiter: "Aber wir würden die Kosten noch weiter senken, am liebsten um 50 Prozent."

Auch eine neue goldene "Silberpfeil-Epoche" in der Formel 1, wäre Angesichts der drohenden Entlassung von tausenden Angestellten beim schwäbischen Automobilhersteller anders kaum zu rechtfertigen.

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