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In den USA steht die Formel 1 momentan nicht im Mittelpunkt des Interesses © getty

Mit "USF1" soll sich ein neues Team formieren. Experte Hans-Joachim Stuck ist von der Idee im Gespräch mit Sport1.de begeistert.

Von Matthias Becker

München - Für die Vermarkter und Fans der Formel 1 ist es eine elektrisierende Nachricht:

In den USA soll sich unter dem Namen "USF1" ein neues Formel-1-Team im Aufbau befinden. Das berichtet das Internetportal "Motorsport-Total".

Demnach formiere sich unter der Leitung der Szene-Kenner Peter Windsor und Ken Anderson ein neuer Rennstall, der schon 2010 in die WM einsteigen soll.

Sogar Promoter Bernie Ecclestone soll schon Grünes Licht gegeben haben.

Stuck: "Das kann nur positiv sein"

Formel-1-Experte Hans-Joachim Stuck ist im Gespräch mit Sport1.de von der Idee eines weiteren Teams in der "Königsklasse" begeistert.

"Das kann nur positiv sein, denn je mehr Formel-1-Teams sich dazu gesellen, desto besser", sagt Stuck, der sich Verhältnisse wie zu seiner aktiven Zeit zurückwünscht:

"Als ich Formel 1 gefahren bin, waren 30 oder 32 Autos dabei, das war doch toll. Den ganzen Zirkus nur für 22 Hansel durchzuziehen, ist schon hardcore. Mehr Masse würde auf alle Fälle gut tun."

Das Logo gibt es schon

Dem Bericht zufolge sind die Planungen von "USF1" schon weit gediehen, auch wenn bislang als sichtbares Zeichen nur ein Logo besteht.

So soll das Team seinen Sitz in Charlotte im US-Bundesstaat North Carolina haben, mit einer Zweigstelle im spanischen Bilbao. Auch ein Windkanal sei schon gebucht.

Ziel soll es sein, unter dem Motto "Made in America" amerikanische Technologie und irgendwann auch amerikanische Fahrer in der Formel 1 zu etablieren.

Das Potenzial ist vorhanden

Das ist auch der Schlüssel zum Erfolg eines amerikanischen Formel-1-Projekts. Schließlich war das Interesse der eigentlich motorsportverrückten Nordamerikaner an der Formel 1 zuletzt sehr gering. Der Grand Prix in Indianapolis wurde sogar wieder abgeschafft.

"Solange kein Ami mitfährt und es kein amerikanisches Team gibt, wird das Interesse immer gering sein", erklärt Stuck, der das Potenzial aber als gegeben ansieht:

"Wenn ein Amerikaner mitfährt und es vielleicht sogar ein Team gibt, würde das Interesse logischerweise drastisch ansteigen."

"Windsor kennt alle Facetten"

Die Namen, die hinter dem neuen Projekt stehen, lassen Stuck an die Seriosität der Planungen glauben.

"Peter Windsor ist ein Formel-1-Urgestein und hat auf allen Seiten der Formel 1 gearbeitet. Ihm ist das zutrauen, er kennt den Sport in allen Facetten. Wenn der sich an so etwas heranwagt, steckt auch etwas dahinter", beschreibt Stuck den ehemaligen Teammanager von Ferrari und Williams.

Und auch Ken Anderson sei "ein Mann, der sein Handwerk versteht".

Honda als Übernahme-Kandidat?

Anderson, zuletzt technischer Direktor in der NASCAR-Serie, soll schon im vergangenen Sommer großes Interesse am Aufbau eines Teams gehabt haben. Damals soll es Gespräche mit Honda über den Aufbau eines Honda-US-Teams gegeben haben.

Nach dem Rückzug des japanischen Automobliherstellers aus der Formel 1 wäre Honda inzwischen ein möglicher Übernahmekandidat.

"Honda ist ein Übernahme-Kandidat und auch besser geeignet als Toro Rosso, weil sie die bessere Infrastruktur haben. Damit wäre sicherlich allen gedient", erklärt Stuck.

Aufwertung der Formel 1

Ob mit Honda oder ohne, ein amerikanisches Team würde für Stuck die gesamte Rennserie aufwerten, wie der Motorsportrepräsentant des VW-Konzerns meint:

"Eine Formel-1-WM ohne die USA ist eh keine richtige WM. Deshalb kann man nur viel Glück und Erfolg wünschen, dass das klappt."

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