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Max Mosley ist seit 1993 Präsident des Automobil-Weltverbands © getty

Der Disput um die Formel-1-Superlizenzen geht in die nächste Runde. FIA-Präsident Max Mosley droht den widerspenstigen Fahrern.

München - Der Streit zwischen den Formel-1-Rennfahrern und dem Automobil-Weltverband FIA um die Superlizenzen spitzt sich zu.

Die Fahrergewerkschaft GPDA kritisiert die ihrer Meinung nach zu hohen Gebühren für den Formel-1-Führerschein. Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen (Finnland) musste 2008 als Weltmeister beispielsweise 230.000 Euro zahlen, das waren 648 (!) Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Nachdem die FIA die Preise vor dieser Saison nochmals angehoben hat, war der Aufschrei bei den Fahrern groß (200.000 Euro für den Führerschein).

Mosleys Drohung

Gerüchten zufolge plant die GPDA jetzt sogar einen Boykott, berichtet "Motorsport-total.com". Angeblich haben sich die Fahrer untereinander darauf verständigt, die Superlizenz vorerst nicht zu bezahlen oder zu unterschreiben, um eine gemeinsame Vorgehensweise absprechen zu können.

FIA-Präsident Max Mosley bestätigte bei einem Mediendinner in London, dass bislang noch keine 2009er-Superlizenz unterschrieben sei.

Der Brite stellte allerdings klar, dass er sich von der GPDA nicht erpressen lässt, und drohte mit ernsten Konsequenzen. "Jeder, der in Melbourne an den Start gehen will, braucht eine Superlizenz", sagte der 68-Jährige.

"Gebt mir Details"

Bis zum Saisonstart 2009 bleibt allerdings noch genügend Zeit, um eine Lösung zu finden: Der Große Preis von Australien findet am 29. März statt.

Außerdem dürften Teamchefs und Sponsoren Druck auf die Fahrer machen, da sich angesichts der weltweiten Finanzkrise kein Rennstall weitere Negativ-Schlagzeilen leisten kann.

Mosley versteht die Aufregung nicht: "Ich habe den Fahrern gesagt: Gebt mir Details zu eurem Einkommen, dann schaue ich, was ich machen kann. Aber sie wollen mir diese Informationen einfach nicht geben."

Das Geld der Superlizenzen werde sinnvoll angelegt, beispielsweise in Sicherheitsvorkehrungen an den Rennstrecken.

16 statt zwei Millionen

Die Argumente der Fahrer seien wenig glaubwürdig, sagt Mosley und kritisiert deren Verhalten: "In einem Steuerparadies zu leben und sich darüber aufzuregen, zwei Prozent des Gehalts abtreten zu müssen, das ist einfach dumm."

Räikkönens Jahresgage bei Ferrari wird auf 20 Millionen Euro geschätzt, der zweimalige Weltmeister Fernando Alonso (Spanien) kassiert bei Renault nicht viel weniger, und Lewis Hamiltons (Großbritannien) Gehalt bei McLaren-Mercedes wurde kräftig angehoben.

Der jüngste Weltmeister der Formel-1-Geschichte schraubte seine Bezüge in den vergangenen beiden Jahren von zwei auf mehr als 16 Millionen Euro - eine Steigerung von 800 (!) Prozent.

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