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2007 gewann Timo Glock die Meisterschaft der GP2-Serie © getty

Max Mosley greift einem drohenden Wegfall weiterer Teams voraus. Hierfür hat der FIA-Präsident einen Notfallplan bereits ausgearbeitet.

Von Rainer Nachtwey

München - Max Mosley ist für alles gewappnet: Sollten sich vor dem Saisonstart der Formel 1 noch weitere Teams zu einem Rückzug aus der Königsklasse entschließen, hat der FIA-Präsident einen Notfallplan in der Tasche.

Laut "auto, motor und sport" würde der Engländer das Teilnehmerfeld mit GP2- Autos auffüllen. "Es gibt einen Vertrag zwischen der FIA und dem Formula One Management. Die Rechteinhaber müssen mindestens 16 Autos aufbieten", begründet Mosley den Schritt.

Sollten die Teams dies aber nicht gewährleisten können, ist die FIA dafür zuständig, dass Starterfeld aufzufüllen. Derzeit sieht dieses 18 Fahrzeuge vor.

Formel-2-Autos als Notnagel

Dass GP2-Autos in der Formel 1 antreten, wäre kein Novum. Bereits in den 50er- und 60er-Jahren halfen Formel-2-Autos in der "Königsklasse" aus.

"1952 und 1953 wurde die WM mit Formel-2-Autos ausgetragen, weil es nicht genügend Formel-1-Autos gab. Ende der 60er Jahre haben wir am Nürburgring das Feld mit Formel-2-Autos ausgefüllt", erinnert sich Mosley.

Um die GP2-Wagen für die Königsklasse konkurrenzfähig zu machen, zieht Mosley in Betracht, die Boliden mit schnelleren Reifen auf die Kurse zu schicken.

Mosley hofft auf Privatiers

Von einer Aufstockung der Teamstärke von zwei auf drei Wägen pro Rennstall hält der FIA-Präsident hingegen nichts. Diese Maßnahme würde die Möglichkeit verringern, dass neue Privatteams den Einstieg in die Formel 1 wagen.

In jene Privatiers legt Mosley seine Hoffnung. "Der Fall Honda hat gezeigt, dass wir uns auf die Hersteller nicht verlassen können", rügte der 68-Jährige den Ausstieg der Japaner, "die Garantien, die uns die Hersteller abgegeben haben, bringen gar nichts."

Toyota verzeichnet starken Rückgang

Vor allem ist die Gefahr noch nicht gebannt, dass sich bis zum Saisonstart noch weitere Hersteller neben Honda zurückziehen.

Die Toyota Motor Corporation gab am Freitag die Zahlen für das dritte Quartal des laufenden Geschäftsjahres bekannt. Demnach ergab sich ein konsolidierter Umsatz von 37,8 Milliarden Euro, was einem Rückgang von 28,4 Prozent entspricht.

Zudem droht den Japanern der Ausstieg eines wichtigen Sponsors. Panasonic hat angekündigt, sein Engagement bei Toyota zu verringern oder sich sogar ganz aus der "Königsklasse" zurückzuziehen.

Williams muss bangen

Und auch bei Panasonic-Konkurrent Philips steht das Sponsoring des Williams-Rennstalls anscheinend wieder auf der Kippe. Zwar kündigten die Niederländer zuletzt noch an, man werde sein Engagement bei den Briten ausweiten, doch nun liegen neue Zahlen auf dem Tisch.

Demnach habe Philips im vergangenen Quartal einen Verlust von 1,5 Milliarden Euro verzeichnet und nun sollen 6000 Arbeitsplätze gestrichen werden.

Für Williams wäre ein Rückzug Philips' wohl der Genickbruch. Mit der RBS-Bank zog sich bereits ein weiterer Geldgeber zurück und das Überleben wurde vorerst nur durch einen Privatkredit von Bernie Ecclestone (Ecclestone rettet Williams vorm Super-GAU) gesichert.

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