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Mosley möchte den Fans Einblicke in die Garagen gewähren © getty

Der FIA-Präsident plant die F-1-Revolution im Internet: Er möchte Online den "Zuschauer mittendrin sein lassen".

Von Dustin Werk

München - Die Formel 1 zählt zu den technologisch fortschrittlichsten Sportarten überhaupt. Nur in einer Entwicklung hängt sie hinterher: Dem Internet.

Für Formel-1-Boss Bernie Ecclestone hat die Web-Technologie keinerlei Priorität. Er hat den Ausbau der Internetpräsenz nicht gerade gefördert, sondern verschlafen.

"Bernie steht dem Internet skeptisch gegenüber, gar keine Frage", sagte FIA-Präsident Max Mosley.

Dennoch fügt er bei einem Mediendinner in London an: "Wenn wir das einmal überwinden, dann können wir großartige Sachen machen, denn das Potenzial ist riesig."

Toyotas virtuelles Rollout

Und genau dieses will der 68-Jährige Brite jetzt auch voll ausschöpfen: "Ich jedenfalls würde die Art und Weise, wie wir mit dem Internet umgehen, revolutionieren. Das Internet ist der große vernachlässigte Bereich der Formel 1."

Toyota hat dieses Jahr als erstes Top-Team die Präsentation seines neuen Autos im Internet vorgenommen.

Zwar sind daraufhin sämtliche Server zusammengebrochen, aber noch vor ein paar Jahren wäre diese moderne Art der Außendarstellung kaum vorstellbar gewesen.

Genau diesen Rückstand möchte Mosley aufholen. Ihm schweben dabei Ideen vor, die den "Zuschauer mittendrin sein lassen würden."

"Eine Kamera in jeder Garage"

Einmal in Redelaune visioniert Mosley weiter: "Stellt euch nur mal vor: Man könnte all die Archive online stellen, alle Trainingszeiten, alle vier Zeitenmonitore, die auch den Teams an den Kommandoständen zur Verfügung stehen."

Damit aber nicht genug. Um nicht zur den Zahlenfreaks genüge zu tun, möchte er Einblicke in die Gegenden an einer Rennstrecke schaffen, die der gemeine Fan nie zu sehen bekommt.

Er möchte den totalen Einblick für die Zuschauer: "Eine Kamera in jeder Garage, in jedem öffentlichen Bereich in den Motorhomes und im Fahrerlager - dann wäre der Zuschauer wirklich mittendrin im Geschehen."

Schlagartiger Richtungswechsel

Ob diese Visionen aber tatsächlich umgesetzt werden, bleibt mit Skepsis zu betrachten. Immerhin hat die hochentwickelte Formel 1 in den letzten zehn Jahren kaum etwas für die Online-Präsenz getan.

Jetzt soll alles schlagartig anders werden. Mosley jedenfalls scheint der richtige Mann zu sein, hat er doch die Frage schon entsprechend beantwortet: "Was machen die 18- bis 24-Jährigen den ganzen Tag? Sie surfen im Internet."

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