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Sebastian Vettel gewann am 14. September 2008 als jüngster Fahrer einen F-1-GP © getty

Im Interview spricht Sebastian Vettel über den RB5, den sein Team in Jerez präsentierte, seine Ziele und die erhöhte Erwartungshaltung.

München/Jerez - Die Erwartungen an Sebastian Vettel sind gestiegen.

Seit seinem Sensationssieg von Monza in der vergangenen Saison ertönt ein Loblied nach dem anderen auf den 21-jährigen Heppenheimer.

Formel-1-Boss Bernie Ecclestone sieht in Vettel, der Ende 2008 von Toro Rosso zu Red Bull wechselte, sogar schon den kommenden Weltmeister.

Im Interview spricht Vettel über das neue Auto, das sein Team am Montag in Jerez präsentierte, den Ärger um die Superlizenz, seine Ziele und die angestiegene Erwartungshaltung.

Frage: Herr Vettel, was erwarten Sie von Ihrer ersten Saison für Red Bull?

Sebastian Vettel: Durch die neuen Regeln werden einige Teams gut aussehen und andere weniger. Ich hoffe, dass wir zu denen gehören, die gut aussehen werden. Im Vorjahr war das Team nicht vorne dabei. Das Ziel ist, den Rückstand zu verkürzen.

Frage: Ist der Druck nach dem Sieg im Vorjahr für Sie größer geworden?

Vettel: Mir ist egal, was die anderen von mir oder vom Team erwarten. Ich gebe mein Bestes, und ich will im Idealfall in jedem Rennen vor allen anderen ins Ziel kommen. Daran hat sich nichts geändert. Ich hoffe, dass ich immer etwas dazulerne, sonst würde ich mich ja nicht mehr weiterentwickeln. Ich will mich steigern. Was andere Leute denken, kann ich nicht beeinflussen.

Frage: Was ist Ihr Ziel in dieser Saison?

Vettel: Zu gewinnen. Es wäre vermessen, hier zu sitzen und vom WM-Titel zu reden. Natürlich will ich das, aber wir müssen mal die Tests abwarten. Ich glaube, dass wir durch die neuen Regeln eine Chance haben, zur Spitze aufzuschließen, auch wenn Ferrari und McLaren die Favoriten bleiben. Wenn wir unseren Job gut machen, sollten wir regelmäßig Punkte holen und vielleicht sogar um ein bisschen mehr kämpfen. Ich bin aber niemand, der etwas versprechen will, sondern ich bleibe lieber auf dem Boden und arbeite hart. Wenn wir dann überraschen können, ist es noch besser.

Frage: Was ist am neuen Auto alles anders?

Vettel: Breite des Front- und Heckflügels sind vorgegeben, das ist keine Besonderheit. Speziell ist, dass die Nase diese zwei Berge hat. Ansonsten sind es viele kleine Details. Was auch noch auffällt, ist, dass die Heckflügelendplatten so weit runtergezogen und so groß sind. Das haben andere Teams auch so gemacht, aber nicht so extrem wie wir.

Frage: Was gefällt Ihnen am Auto besonders?

Vettel: Ich finde, es sieht nett aus, auch wenn da jeder einen anderen Geschmack hat. Das ist ein bisschen wie in der Kunst. Es gibt hübsche und weniger hübsche Autos, aber unseres zählt für mich zu den hübscheren.

Frage: Wie haben Sie sich in den vergangenen Monaten auf das neue Team eingestellt?

Vettel: Ich habe vier Kilo zugenommen. Der Trend ist ja, dass alle abnehmen.

Frage: Sind Sie Mitglied der Fahrergewerkschaft GPDA?

Vettel: Ja.

Frage: Was halten Sie vom GPDA-Statement hinsichtlich der Gebühren für die Superlizenz?

Vettel: Das hat nicht nur mit der GPDA zu tun, sondern das kam von allen Fahrern. Wir Fahrer sind alle einer Meinung. Was ich davon halte, kam in unserem Statement ganz gut rüber.

Frage: Haben Sie Ihre 80.000 Euro schon überwiesen?

Vettel: Es ist ein bisschen mehr, glaube ich. Jetzt ist die kritische Phase. Letzten Endes bleibt uns nichts anderes übrig, als zu zahlen. Uns ärgert nur, wie das Ganze entstanden ist, denn es hieß von heute auf morgen, dass es jetzt so und so ist.

Frage: Kann es beim Saisonstart in Melbourne zum Fahrerstreik kommen?

Vettel: Nein, so ist es nicht, denn wir wollen ja auch fahren. Man muss sehr aufpassen, wenn man dieses Thema behandelt, denn es wird dann schnell geschrieben 'Fahrer unzufrieden' oder 'Fahrer streiken'. Davon war nie die Rede, aber dass wir nicht glücklich sind mit der Art und Weise, wie uns das präsentiert wurde, haben wir jetzt klargemacht. Wir sind offen, mit der FIA zusammenzuarbeiten. Was in Zukunft passiert, bleibt abzuwarten.

Frage: Formel-1-Boss Bernie Ecclestone sagt, dass Sie einen Geheimvertrag mit Ferrari in der Tasche haben müssten. Sehen Sie diese Saison nur als eine Zwischenstation auf dem Weg zu einem Topteam?

Vettel: Mein Ziel ist, dieses Jahr das Beste herauszuholen. Ich mache mir keine Gedanken, dass ich dies und jenes erreichen muss, um diesen oder jenen Vertrag zu bekommen oder in diesem oder jenem Team zu landen. Zunächst müssen wir uns auf uns selbst konzentrieren. Was die Zukunft bringt, sehen wir danach.

Frage: Wie lange läuft Ihr Vertrag mit Red Bull?

Vettel: Über solche Sachen spricht man nicht.

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