vergrößernverkleinern
Ferrari-Mechaniker entfernen in Singapur den von Massa mitgerissenen Tankschlauch © imago

Ferrari greift bei Tests wieder auf den elektronischen Lollipop zurück, der Felipe Massa 2008 spektakulär die WM vermasselte.

Von Martin Hoffmann

München - Den Ferraristi muss es vorkommen wie eine Horrovision.

Das System, das der Scuderia die peinlichste Panne der vergangenen Saison beschert hat, hat seine Rückkehr gefeiert.

Ferrari hat bei den Testfahrten in Bahrain (Massa glänzt zum Abschluss) wieder mit dem Ampelsystem experimentiert, das den "Lollipop-Mann" ersetzen soll, der bei Tankstopps anzeigt, wann die Fahrer wieder losbrettern können.

Der "elektronische Lollipop" hatte jedoch so seine Tücken, wie besonders beim Rennen in Singapur klar wurde.

Massas WM vermasselt

Dort kam Felipe Massa als Führender in die Box, wurde betankt und fuhr wieder los, als die Ampel auf grün schaltete.

Dummerweise steckte der Tankschlauch noch in Massas Boliden und die Ferrari-Mechaniker mussten ihm wie in einem Slapstick-Film hinterherrennen, um das Malheur zu korrigieren.

Massa kostete das den Sieg - und zehn Punkte, die ihm am Ende im WM-Titelrennen fehlten.

Ferrari griff daher im Abschlussrennen in Brasilien wieder auf die Low-Tech-Version - den Mann mit der Kelle - zurück.

Elektro-Programm soll Fehler vermeiden

Für die kommende Saison ist die Rückkehr der Ampel jedoch fest eingeplant.

Denn Teammanager Luca Baldisseri beteuert, dass die verbesserte Ampel 2.0 keine Pannen mehr zulässt.

"Ein elektronisches Programm wird dafür sorgen, dass der Wagen nicht wegfahren kann, wenn der Tankschlauch noch nicht entfernt worden ist", erklärt er.

Zufriedenheit mit KERS

Ein anderes System, das Ferrari in Bahrain auf Herz und Nieren prüfte 70290(DIASHOW: Die Bilder der Tests), war das Energierückgewinnungssystem KERS - und es lief nicht ganz reibungsfrei.

So wurde etwa Kimi Räikkönen am Dienstag einige Zeit von der nicht funktionierenden Kühlung von KERS ausgebremst.

Trotzdem zeigt sich Aldo Costa, der Technische Direktor der Scuderia, optimistisch, dass sein Team die "Kinderkrankheiten" in den Griff bekommt.

"Was KERS angeht, muss ich sagen, dass wir ziemlich zufrieden sind mit dem was wir bisher gesehen haben", erklärt er, "wobei aber noch viel Arbeit vor uns liegt."

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel