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Felipe Massa fuhr bei den Tests in Bahrain am Schlusstag Bestzeit © getty

Vizeweltmeister Felipe Massa ist vor dem neuen Energierückgewinnungssystem nicht angst und bange. Er vergleicht KERS mit einem Computerspiel.

Von Rainer Nachtwey

München - Das neue Energierückgewinnungssystem sorgt in der Formel 1 weiter für Schlagzeilen.

Bei den ersten Tests Ende September verletzte sich ein BMW-Sauber-Mechaniker durch einen elektrischen Schlag (Wie gefährlich ist KERS?).

Andere Rennställe wie Williams hinken in der Entwicklung soweit hinterher (Williams kapituliert: KERS muss warten), dass sie voraussichtlich zu Saisonbeginn darauf verzichten werden.

Die Stimmen über KERS waren in den Formel-1-Kreisen zuletzt alles andere als positiv.

Boden und Auto nicht gleichzeitig berühren

Doch nun hat Ferrari-Pilot Felipe Massa eine Lanze für die zusätzliche Geschwindigkeit per Knopfdruck gebrochen.

Der Vizeweltmeister brachte es auf einen einfachen Nenner. "KERS bringt mehr Leistung, also mag ich das System", sagte der Brasilianer bei "motorsport-total".

Vor einem elektrischen Schlag, so wie es bei dem BMW-Mechaniker passierte, fürchtet sich Massa nicht. "Man muss halt so herausspringen, dass man Auto und Boden nicht gleichzeitig berührt", sagt der 27 Jahre alte Ferrari-Pilot mit einem Augenzwinkern.

Nicht einfach zu kapieren

Generell sorgt KERS bei Massa für weitaus weniger Unbehagen als die aerodynamischen Änderungen, schließlich müsse man beim Herausbeschleunigen aus einer Kurve oder auf einer Geraden nur den Knopf drücken, wie bei einem Computerspiel.

"Ich spiele viel auf der PlayStation. Formel 1, Gran Turismo, also ist das kein Problem", scherzt Massa.

Dagegen bereitet ihm der verstellbare Frontflügel noch Kopfzerbrechen. "Der ist nicht so einfach zu kapieren", warnt Massa, "aerodynamisch gesehen haben wir weniger Grip. Wir rutschen viel mehr. Das macht unser Leben schwieriger, darauf muss man sich einstellen."

Dennoch sollten die Probleme nicht von langer Dauer sein. "Nach ein paar Tagen automatisiert sich das ", relativiert er.

Massa sucht Nähe zum Team

Und auch die Rückkehr der Slicks stellt die Ferrari-Mannschaft noch vor Probleme. So habe man bei einer Mischung immer noch "ein zu hohes Betriebstemperaturfenster" und es sei schwierig diese Reifensorte "auf Temperatur zu bekommen".

Allerdings moniert Massa, dass den Teams für die Weiterentwicklung die Kilometer im Rennwagen aufgrund der geringen Anzahl an Tests und des abgespeckten WM-Kalenders - nur noch 17 statt 18 Rennen - abgehen.

Nicht nur den Teams fehlen die Kilometer für die Entwicklung des Autos, auch die Piloten erhalten weit weniger Rennpraxis.

Deshalb werde er mehr wert auf seine Fitness legen und engen Kontakt zum Team halten, verrät Massa. "Ich glaube, die Nähe zum Team ist in dieser Saison aus Fahrersicht das Wichtigste."

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