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Marco Andretti (r. Mario Andretti) könnte ein Cockpit bei USF1 übernehmen © imago

Die USF1-Bosse Ken Anderson und Peter Windsor enthüllen ihre Pläne: "Amerikanischer Wettkampfgeist" soll in der F1 mithalten können.

München - Das US-amerikanische Formel-1-Projekt nimmt konkretere Formen an.

Bei einer Präsentation in Charlotte/North Carolina stellten die beiden Förderer Peter Windsor und Ken Anderson am Dienstag ihre Pläne für einen Einstieg in die Serie unter dem Teamnamen USF1 zur Saison 2010 vor.

Details zur Finanzierung des Vorhabens veröffentlichten Windsor und Anderson nicht, aber das jährliche Budget soll sich auf rund 62 Millionen US-Dollar belaufen (Der Rennkalender 2009). Das künftige Team soll 100 bis 120 Angestellte umfassen.

"Die Finanzierung steht, wir haben das Geld", erklärte Windsor in der vom Sender "Speed.tv" übertragenen 30-minütigen Pressekonferenz.

Cockpit für Patrick

Der Firmensitz soll in den USA, in Charlotte liegen, wie Windsor und Anderson bereits in der vergangenen Woche erklärt hatten.

Die Besetzung der Cockpits hingegen ist noch offen. Unter anderem ist ein Engagement der amerikanischen IndyCar-Rennfahrerin Danica Patrick im Gespräch.

Als weiterer Kandidat gilt Marco Andretti, Enkel des US-Weltmeisters von 1978, Mario Andretti. Allerdings sei man offen, auch in der Formel 1 unerfahrenen Piloten eine Chance zu geben, etwa aus den Rennserien NASCAR oder Indy-Car.

Wie Windsor sagte, habe Formel-1-Boss Bernie Ecclestone dem Team bereits grünes Licht gegeben: "Er sagte: Großartig, macht das!"

"Überwältigende Resonanz"

Anderson geht es darum, "zu beweisen, dass amerikanische Technologie, amerikanische Fahrer und amerikanischer Wettkampfgeist in der Formel 1 mithalten und siegen können".

Sie hätten "eine überwältigende Resonanz" erhalten.

Anderson hatte in der Vorwoche bestätigt, dass Patrick einen Boliden steuern könnte. (US-Team plant mit Frauen-Power)

Zurückhaltender Haug

Formel-1-Experte Hans-Joachim Stuck hatte sich bei Sport1.de begeistert über das eventuelle Hinzustoßen eines amerikanischen Teams geäußert. ("Ohne die USA keine richtige WM")

Andere Experten sind jedoch skeptisch. So äußerte sich Mercedes-Sportchef Norbert Haug gegenüber der "Deutschen Presse Agentur" zurückhaltend: "Grundsätzlich ist es eine gute Nachricht, dass sich in Amerika ein Team für die Formel 1 formieren will. Ich kenne keine Details und hoffe, dass Hintergrund und Basisaustattung den hohen Anforderungen der Formel 1 genügen."

In den USA stieß die Vorstellung der Pläne auf Begeisterung. Dan Guerney, der einzige Pilot, der einen komplett amerikanischen Formel-1-Sieg erringen konnte (1967 im Boliden von Anglo-American-Racers), zeigte sich zuversichtlich.

"Ich habe keinen Zweifel daran, dass die Amerikaner viel Erfolg haben können. Sie könne sogar siegen."

Und Ex-Champion Andretti erklärte: "Das sind tolle Nachrichten."

Fette Jahre sind vorbei

Die beiden Team-Verantwortlichen sehen die Zeit für den Einstieg ohnehin als günstig an - gerade aufgrund der weltweiten Wirtschaftskrise.

"Wenn es einen Boom gäbe und das Geld nur so vom Himmel fallen würde, wäre es für Leute wie Ken und mich sicherlich schwer und man würde uns belächeln", sagte Windsor: "Aber duch die Krise nimmt man uns ernst, denn die fetten Jahre mit großen Budgets sind vorbei. Jetzt kommt unsere Zeit."

Thema Motoren

Höchste Priorität hat laut Windsor und Anderson nun die Entwicklung bzw. der Kauf eines leistungsfähigen Aggregats.

"Die Motoren sind ein Thema, um welches wir uns jetzt schnellstens kümmern müssen", sagte Anderson.

Man wolle sämtliche Fabrikanten in Europa und Japan kontaktieren. Anderson: "Wir werden alle Hersteller kontaktieren und darauf aufmerksam machen, dass wir nun da sind."

Der Zeitplan für sein neues Team stehe jedenfalls, so Windsor: "Auf dem Plan stehen Fahrer, Motoren, europäische Basis, unsere Fabrik und Sponsoren."

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