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Umstrittene Regel: Während der Safety-Car-Phasen ist das Nachtanken nicht erlaubt © imago

Beim Europa-Grand-Prix in Valencia erwarten die Teams ein High-Speed-Rennen in der Stadt. Die Sorge vor einem Chaos-GP wächst.

Von Manuel Krons

München - Der Europa-Grand-Prix in Spanien naht - und damit auch die große Unbekannte.

Die Strecke von Valencia kennen die Formel-1-Piloten - wenn überhaupt - nur aus dem Simulator.

Aber was sie bisher über den Nachfolger des "Circuit de la Comunitat Valenciana Ricardo Tormo" wissen, flößt ihnen zumindest Respekt ein: ein Stadtkurs mit Nähe zum Meer wie in Monaco, nur wesentlich schneller. Fünfmal pro Runde werden hier über 300 km/h erreicht.

"Nicht gerade typisch für einen Stadtkurs also, sondern eher so etwas wie Silverstone oder Monza in der Stadt", findet Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug.

Hinzu kommen die hohen Begrenzungen am Streckenrand, die eine zusätzliche Unfallgefahr auf dem 5,440 Kilometer langen Parcours darstellen. Viele Teams befürchten daher, dass da Safety-Car am Sonntag eine entscheidende Rolle spielen wird.

"Es kann total verrückt zugehen"

"Das Rennen kann einen völlig anderen Verlauf nehmen, wenn die gefürchteten Safety-Car-Phasen eintreten. Dann kann es total verrückt zugehen", sagt Formel-1-Experte Jacques Schulz zu Sport1.de.

Gerade die schwächeren Rennställe könnten beim zwölften von 18 Rennen somit auf eine Ein-Stopp-Strategie setzen, um von eventuellen Safety-Car-Phasen zu profitieren. "Wenn die Bremsen das auf dem schnellen Kurs mitmachen, werden alle Piloten ab Platz zehn eine solche Taktik in Erwägung ziehen", glaubt Schulz.

"Reichlich Safety-Car-Perioden"

Mike Gascoyne macht keinen Hehl daraus, dass sein Team versuchen wird, einen Vorteil aus einem etwaigen Chaos-Rennen zu schlagen: "Ein Team wie unseres, muss so etwas natürlich bedenken", sagt der Technische Direktor von Force India zu "autosport".

"Man hat die vielen Leitplanken und die Probleme, defekte Autos zu bergen. Es wird also reichlich Safety-Car-Perioden geben", ist er sich sicher. "Wir werden uns alternative Strategien ansehen, um daraus Kapital zu schlagen."

Ein zweischneidiges Schwert

Red-Bull-Pilot Mark Webber bringt indes die Befürchtungen vieler Piloten auf den Punkt: "Stadtrennen sind immer anfälliger für Safety-Car-Phasen. Aber mit den momentanen Regeln können alle deine Anstrengungen umsonst sein. Das Safety-Car kann dir an einem guten Wochenende komplett die Tour vermasseln."

Der Australier sieht allerdings auch die Kehrseite der Medaille: "Wenn du ein Scheiß-Wochenende hast, kann es dir helfen."

Glock und Heidfeld ohne Angst

Nick Heidfeld und Timo Glock fiebern der Premiere um dem America's-Cup-Hafen furchtlos entgegen. "In Sachen Charme und Anspruch könnte das Rennen Monaco am nächsten kommen", meint BMW-Sauber-Pilot Heidfeld.

Auch Toyota-Fahrer Glock, nach seinem zweiten Platz in Budapest zuletzt der Mann der Stunde aus deutscher Sicht, hat keine Angst vor der für alle unbekannten Piste, im Gegenteil. "Ich bin in Amerika schon viele Stadtrennen gefahren, und in der Saison damals waren alle Strecken für mich neu. Da musste ich lernen, mich schnell anzupassen", sagt der 26-Jährige.

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