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Nico Rosberg holte in drei Formel-1-Jahren und 53 Rennen 41 WM-Punkte © getty

Nico Rosberg steht vor "einem entscheidenden Jahr". Spätestens 2010 will er ein Siegerauto - und setzt Williams unter Druck.

Grove - Nico Rosberg steht am Scheideweg, und er weiß es. Einst als riesiges Talent gefeiert, droht Deutschlands Formel-1-Youngster im chronisch klammen Williams-Team ein ernster Rückschlag in seiner Karriere.

Der ambitionierte 23-Jährige machte vier Wochen vor Saisonstart in Melbourne nun klar, dass er spätestens 2010 endlich in einem Sieger-Auto fahren will (DATENCENTER: Der Rennkalender).

Rosberg hofft, dieses Ziel bei seinem Williams-Team zu erreichen, schließt aber einen Wechsel nicht aus.

Im vergangenen Jahr war Rosberg mit McLaren-Mercedes in Verbindung gebracht worden.

Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug hatte stets betont, dass man gerne einen deutschen Fahrer im Silberpfeil-Cockpit sehen würde.

Vertrag läuft aus

"Die nächste WM-Saison ist für mich ein entscheidendes Jahr. Ich hoffe, dass ich mit meinem Wagen Erfolg haben werde, was sehr gut möglich ist. Wenn nicht, muss ich sehen, was ich 2010 mache, ich will einen Topwagen fahren", sagte Rosberg am Donnerstag vor Journalisten im britischen Williams-Hauptquartier in Grove.

Rosbergs Vertrag bei Williams läuft zum Saisonende aus. "Wenn ich bei Williams bleiben könnte, wäre das fantastisch. Es wäre für mich etwas Besonderes, mit diesem Team Erfolg zu haben", sagte der Wiesbadener, der seit 2006 für den Rennstall von Sir Frank Williams fährt.

"Chancengleichheit gestiegen"

Wie sein Teamchef sieht Rosberg dank des modifizierten Regelwerks größere Chancen, mit den Top-Teams mithalten zu können. "Ich bin nicht unzufrieden mit dem, wie es bis jetzt gelaufen ist. Man muss das Beste daraus machen. Durch die neuen Regeln ist die Chancengleichheit gestiegen."

Allerdings sieht der 23-Jährige in den kostensparenden Maßnahmen mit weniger Trainingseinheiten und einem modifizierten Qualifying vor den WM-Läufen auch ein Manko.

Er sagte: "Ich bin zu diesem Sport gekommen, weil ich Rennen fahren wollte, das ist jetzt der geringste Teil meines Jobs. Die meiste Zeit an den Grand-Prix-Wochenende wird nicht mehr gefahren. Das ist nicht wirklich super."

Schwieriges Jahr deutet sich an

Im vergangenen Jahr hatte Rosberg eine für ihn weitgehend enttäuschende Saison erlebt.

Die Highlights waren der dritte Platz in Melbourne sowie Rang zwei in Singapur.

Ob es 2009 besser wird, ist jedoch fraglich. Zuletzt deutete die Nachrichtenlage auf ein weiteres schwieriges Jahr für Rosberg hin.

Erst musste Bernie Ecclestone das Team mit einem Vorschuss vor der Pleite retten (GAU abgewendet), dann kündigte der Rennstall an, das Energie-Rückgewinnungs-System KERS zunächst nicht einzusetzen (Williams: KERS muss warten).

Schließlich sprang mit der Royal Bank of Scotland ein Hauptsponsor ab (Williams verliert Hauptsponsor).

Kandidaten: McLaren und BMW

Sollte sich der Erfolg in der neuen Saison nicht einstellen, ist Rosberg wohl nicht zu halten.

Doch die Cockpits in den Sieger-Teams sind rar gesät. McLaren-Mercedes und BMW-Sauber wären die wahrscheinlichsten Optionen für den Deutschen.

Aber vielleicht gelingt dem Sohn von Finnlands Ex-Weltmeister Keke Rosberg ja tatsächlich schon 2009 im Williams der Befreiungsschlag.

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