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Danica Patrick gewann als erste Frau überhaupt ein Rennen der IndyCar Series © getty

Hinter der Verpflichtung von Danica Patrick für das USF1-Team stehen Fragezeichen. Beide Seiten haben Zweifel und Gegengründe.

München - Sie wurde als Attraktion nicht nur des neuen amerikanischen Rennstalls USF1, sondern der gesamten Formel 1 gehandelt.

Doch offenbar ist die erfolgreiche Indy-Car-Pilotin Danica Patrick längst nicht erste Wahl bei der Besetzung der beiden Cockpits.

Zwar fühlt sich die 26-Jährige "sehr geschmeichelt" von den anhaltenden Gerüchten, relativierte aber in der Zeitung "Globe and Mail": "Ich glaube, jeder dessen Name mit der Formel 1 in Verbindung gebracht würde, wäre geschmeichelt."

Und verriet auch, dass es bislang überhaupt keine Gespräche zwischen ihr und dem USF1-Team gegeben habe, das am Dienstag beim ersten öffentlichen Auftritt die Fahrerplanung im Dunkeln ließ.

Reisemuffel Patrick

"Ich habe nie mit ihnen gesprochen", wird Patrick von der kanadischen Zeitung zitiert. "Aber vielleicht rufen sie noch an."

Anscheinend aber hat die Amerikanerin, die dreimal in Folge zum beliebtesten Fahrer der Indy-Car-Serie gewählt wurde, ohnehin kein allzu großes Interesse an einem Wechsel.

"Ich habe allerdings bisher kein großes Interesse gezeigt, die Welt zu bereisen", nannte sie einen Gegengrund.

Warum nicht ein anderes Team?

Doch auch der potenzielle Arbeitgeber nährt die Zweifel, dass 2010 nach 18 Jahren endlich wieder eine Frau in der Königsklasse an den Start geht.

Zwar gab sich Sportdirektor Peter Windsor, gemeinsam mit Teamchef Ken Anderson federführend beim USF1-Projekt, auf der offizielle Formel-1-Homepage höflich: "Sie hat wirklich tolle Dinge erreicht und wäre sicherlich auch ein gutes PR-Zugpferd." (USF1: Nur der Himmel als Grenze)

Doch "bei allem Respekt für Danica Patrick" stichelt er: "Man muss sich doch mal ernsthaft fragen: Wenn sie wirklich dermaßen gut für die PR ist, warum hat sie dann bisher noch kein anderes Formel-1-Team unter Vertrag genommen?"(US-Team plant mit Frauen-Power)

Auch Busch verhalten

Nicht gerade Gewehr bei Fuß steht auch Kyle Busch: Der 23-Jährige, momentan in der Sprint-Cup-Serie aktiv, sagte zwar Reportern, er würde es lieben, eines Tages einen F-1-Boliden zu steuern und zu sehen, ob er dabei gut sei.

Doch er schränkte ein: "Es ist für mich noch nicht an der Zeit, dies zu tun. Wenn ich hier die Chance habe, in den nächsten zwei oder drei Jahren einen Titel zu gewinnen, dann würde es mir nichts ausmachen, herüberzugehen und das für wenige Jahre zu probieren."(Der Rennkalender 2009)

Begeisterung klingt anders, zumal er sein Fenster für die Formel 1 auch prompt auf drei Jahre - von seinem 25. bis zum 28. Lebensjahr - einengte. Danach wolle er NASCAR fahren.

"Gern der weibliche Lewis Hamilton"

Sollte USF1 jedoch aktuell eine Rennamazone an Bord holen wollen, könnte der Rennstall bei Susie Stoddart anfragen.

Die schottische DTM-Pilotin sagte gegenüber "Mail online": "Ich wäre gern der weibliche Lewis Hamilton. Ich würde gern eine Chance in der Formel 1 bekommen und ich denke, dass der Druck dort nicht anders wäre als der, den ich jetzt bekomme."

Allein, der Glaube fehlt ihr. "Man muss realistisch bleiben", fügte die in ihren drei Tourenwagen-Jahren punktlose Pilotin an.

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