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Norbert Haug (l.) ist seit 1990 Motorsportchef bei Mercedes © getty

Sportchef Haug steht trotz der Finanzkrise hinter dem Engagement in der "Königsklasse". Die Kosten will er in den nächsten Jahren halbieren.

Stuttgart - Teams steigen aus, Sponsoren laufen weg, das Geld wird knapp - doch für Mercedes-Benz soll sich die Formel 1 trotz des Millionenaufwands auch in Zukunft rechnen.

Ein Ausstieg war für die Stuttgarter nie ein Thema, denn die Silberpfeile wollen in diesem Jahr den WM-Titel von Lewis Hamilton vergolden und dazu die Konstrukteurs-Weltmeisterschaft gewinnen.

"Ein Formel-1-Engagement lohnt sich für die Automobilhersteller auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten", sagte Mercedes-Sportchef Norbert Haug.

Der Schwabe verweist stolz auf die Erfolge in der Königsklasse des Motorsports, die der Marke mit dem Stern beste Imagewerte und weltweit Beachtung eingebracht hätten und damit den finanziellen Aufwand rechtfertigen würden.

Kosten halbieren

Die Zeiten, in denen Rennställe wie Formel-1-Krösus Toyota rund 400 Millionen Euro pro Jahr verpulvert haben, sind laut Haug vorbei. Mercedes gibt als Hersteller deutlich weniger Geld aus als noch vor sieben Jahren, sagt der Sportchef. Das sei aber immer noch zu viel. Haug: "Wir wollen und werden weiter Geld einsparen."

Ziel sei es, die Kosten für das Formel-1-Engagement in den nächsten Jahren zu halbieren. "Damit schaffen wir die Basis für ein langfristiges Engagement - bei noch besserem Sport, der die Grundlage für die Faszination der Zuschauer und die besten Medienwerte ist", sagt Haug.

Haug fühlt sich bestätigt

Der Mercedes-Sportchef sieht sich und die Politik seines Hauses in "vielen positiven Umfrageergebnissen" bestätigt.

So wurde Lewis Hamilton in einer online-Umfrage des renommierten Fachblattes "F1 racing" mit Teilnehmern aus 160 Ländern zum beliebtesten Rennfahrer gewählt.

In Deutschland sei Mercedes laut mehrerer Analysen die erfolgreichste und bekannteste Marke im Motorsport, meint Haug.

Mercedes bestreitet Abstimmung

Eine Abstimmung des Daimler-Vorstandes über die Fortsetzung des Formel-1-Einsatzes habe es nie gegeben, heißt es von offizieller Seite aus Stuttgart.

Dagegen berichtete das Nachrichtenmagazin "Focus", dass sich die Mercedes-Bosse angeblich mit nur 3:2 Stimmen in letzter Minute für die Formel 1 ausgesprochen haben sollen.

Beste TV-Werbung für Mercedes

Warum ein Ausstieg für Mercedes absolut keinen Sinn macht, erläutert Haug: "Das Formel-1-Engagement ist ein überzeugendes Werbeinstrument, das Mercedes-Benz im Wettbewerbsvergleich ein hervorragendes Preis-Leistungsverhältnis bietet."

So betrage der TV-Werbegegenwert für das Team McLaren-Mercedes weltweit ein Vielfaches des eingesetzten Budgets, sagt der Sportchef und sieht sich auch in diesem Bereich auf der Pole Position: "Unser Team war im Vergleich zu den Wettbewerbern im TV weltweit am häufigsten präsent."

Effizientes System

Mercedes-Benz hat im Lauf der Partnerschaft mit McLaren eines der effizientesten Systeme im Motorsport eingeführt.

McLaren trägt, unterstützt durch die Sponsoren, die Ausgaben für Design, Produktion und Einsatz der Fahrzeuge. Mercedes stellt die Motoren und steuert einen kleineren Anteil des Budgets für die technische Entwicklung des Chassis bei und trägt die Kosten für 50 Prozent der Fahrergagen.

Die Mercedes-Motoren für die Formel 1 werden im englischen Brixworth entwickelt und gebaut, wo eine moderne Produktionsanlage und die perfekte Motorsport-Infrastruktur vorhanden sind.

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