Die roten Verfolger werden Lewis Hamilton das Leben beim Europa-GP gehörig schwer machen, glaubt Formel-1-Experte Jacques Schulz.

Hallo Formel-1-Fans,

in Valencia wartet an diesem Wochenende eine völlig unbekannte Strecke.

Kein Team hat bislang auf der neuen Unbekannten im Rennkalender testen können. Damit ist die Chance auf Überraschungen am Sonntag noch größer als sonst.

Gerade die kleinen Teams haben hier die Chance zu glänzen. Wenn dann noch das Safety-Car ins Spiel kommt, ist alles möglich am Sonntag.

Dennoch erwarte ich zwei besonders heiße Duelle unter der spanischen Sonne.

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Im Zweikampf mit McLaren sehe ich den Ferrari leicht im Vorteil. Das wird Einige überraschen, aber der Ferrari ist in den letzten Rennen nie wirklich langsamer gewesen als der Silberpfeil. Felipe Massa hätte in Ungarn entgegen aller Erwartungen gewonnen, wenn ihm nicht drei Runden vor Schluss der Motor um die Ohren geflogen wäre. Kollege Kimi Räikkönen hat in den bisherigen elf Rennen sieben Mal die schnellste Runde eingefahren. Das zeigt, was in dem Auto steckt.

Der Ferrari ist extrem empfindlich, was das Treffen des optimalen Betriebsfensters angeht, aber mit den weichen und superweichen Reifen, die in Valencia zum Einsatz kommen, geht das Auto schonender um als der Silber-Bolide. Auch wenn der WM-Stand im Moment ein bisschen gegen die Roten spricht - wenn die Scuderia in Valencia rausholen kann, was in ihr steckt, dann sollte sie den entscheidenden Tick besser sein als McLaren.

Die McLaren-Mercedes sehe ich ganz dicht dran an den Roten. Vom Speed her sind Silber und Ferrari gleichauf. Aber Lewis Hamilton hat sich in Ungarn zuletzt beim Start übertölpeln lassen von Massa. Ich will Hamilton nicht unterstellen, dass er den späteren Reifenschaden forciert hat, aber es fiel auf, dass er den Silberpfeil verdammt hart rannahm.

Auf dem Reifen-Mörderkurs in der Türkei musste Hamilton aufgrund seiner Fahrweise in diesem Jahr eine Drei-Stopp-Strategie fahren, die ihn dort den Sieg gekostet hat. Im letzten Jahr hatte er dort einen Plattfuß. Sein Fahrtalent ist unbestritten, aber Silber muss ihm auch ein Auto zur Verfügung stellen, dass den "Alles oder nichts"-Fahrstil über die gesamte Renndistanz mitmacht.

Kollege Heikki Kovalainen ist trotz des Sieges in Ungarn raus aus dem Titelkampf. Hamilton ist zwar nicht auf sich alleine gestellt, aber er ist es, der sich gegen zwei Ferrari im Titelkampf wehren muss. Ich erwarte Hamilton zwar in der ersten Reihe, aber die Roten werden ihn gewaltig in die Zange nehmen.

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Das Duell dahinter bestreiten BMW-Sauber und Toyota: Die Weiß-Blauen müssen sich im Kampf um Platz drei erneut dem Team der Stunde um den entfesselten Timo Glock erwehren. Während BMW immer noch keine schlüssige Erklärung für den Absturz in Ungarn gefunden zu haben scheint, läuft der japanische Bolide bei Hitze zur Hochform auf.

Der Toyota geht mit den Reifen so sanft um wie eine Mutter mit dem Baby-Popo. Wenn's gut läuft, sehe ich das Team in der Lage, das BMW-Duo Kubica und Heidfeld unter Druck zu setzen. Ich könnte mir vorstellen, dass Glock wieder die BMW-Party aufmischt.

Keep Racing,

ihr Jacques Schulz

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