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Timo Glock fuhr 2008 beim Großen Preis von Ungarn auf Platz zwei © getty

Vier Bestzeiten an den fünf Testtagen sorgen bei den deutschen Piloten für Zuversicht. Sport1.de analysiert die Situation der Teams.

Von Rainer Nachtwey

München/Jerez - Die ersten gemeinsamen Tests (fast) aller Teams sind vorbei. Für die deutschen Fahrer sind die fünf Testtage von Jerez recht erfolgreich verlaufen.

An vier Tagen notierten Sebastian Vettel, Timo Glock und Nick Heidfeld sogar die Bestzeit.

Besonders BMW-Sauber-Pilot Heidfeld zeigte sich nach den Fahrten auf dem Circuito de Jerez begeistert und ist guter Hoffnung auf weitere Verbesserungen: "Wir haben noch viele weitere Ideen, wo wir ansetzen können", sagte der 31-Jährige.

Allerdings relativierte Heidfeld angesichts der vielen regelbedingten Änderungen: "Diesmal haben die Vorbereitungen Expeditionscharakter."

Hoffnung bei Sutil

Auch bei Adrian Sutil und dem letztjährigen Hinterherfahrer Force India ist die Hoffnung berechtigt, dass man in der kommenden Saison den einen oder anderen Boliden hinter sich lässt.

"Ich bin sehr zuversichtlich", sagte der 26-Jährige.

Sport1.de fasst die Situation bei den Teams zusammen.

McLaren-Mercedes

Hat McLaren-Mercedes nur gepokert oder einen anderen Messpunkt für die Zeitnahme gewählt? Die Tests von Pedro De la Rosa, Heikki Kovalainen und Weltmeister Lewis Hamilton versprechen nach fünf Tagen in Jerez nichts Gutes. Der Rückstand auf die jeweiligen Tagesspitzenreiter betrug zwischen 0,7 und 2,7 Sekunden.

Allerdings variierten die "Silberpfeile" mit verschiedenen Heckpartien, was den Rückstand erklären könnte. Zudem hatte Hamilton Probleme mit dem neuen MP4-24 (Der Weltmeister fährt hinterher). Der mit einem neuen Heckflügel ausgestattete Bolide blieb einmal mit Motorschaden liegen, und Hamilton leistete sich einen Ausritt, bei dem er sich den Heckflügel zerstörte. (Schrecksekunden für die Weltmeister)

Ferrari

An vier Tagen ging Ferrari auf die Strecke, vier Mal stand am Ende der zweite Platz zu Buche. Zudem sammelten die Roten viele Testkilometer. Kimi Räikkönen und Felipe Massa spulten in den letzten drei Tagen jeweils über einhundert Runden ab.

"Neu ist, dass ich mit den Slicks viel mehr Gefühl habe als im Vorjahr", hielt der Weltmeister von 2007 fest. Räikkönen war mit den Tests sehr zufrieden. "Wir konnten verschiedene Setups bezüglich der Reifen testen", sagte der Finne.

BMW-Sauber

Bei den Bayern dürften gemischte Gefühle aufkommen. Nick Heidfeld fuhr am letzten Testtag Bestzeit und konnte viele Runden - 99 Runden am vierten, 127 am fünften und letzten - abspulen. "Meine persönliche Bilanz fällt recht positiv aus. Wir haben kontinuierlich Verbesserungen vornehmen können", stellte Heidfeld fest.

Dafür haderte sein Teamkollege Robert Kubica mit dem Schicksal. An den ersten drei Tagen verbuchte der Pole weniger Kilometer als Heidfeld an den letzten beiden (47, 70 und 98 Runden. Zudem stoppte ihn am zweiten Tag ein technisches Problem an seinem F1.09.

Renault

Ein ähnliches Fazit dürfte auch Renault treffen. Für Nelson Piquet junior lief alles schief, was schief laufen konnte. "Die Testfahrten waren ein bisschen unglücklich. Ich konnte längst nicht so viel fahren, wie ich gewollt hätte. Am ersten Tag hatten wir technische Probleme, am zweiten Tag machte uns der Regen einen Strich durch die Rechnung", bilanzierte der Brasilianer.

Dagegen fuhr Fernando Alonso am dritten Tag unter die Top drei und ließ am vierten mit Bestzeit aufhorchen.

Toyota

Der Gewinner von Jerez ist Timo Glock (Glock kommt schon in Fahrt). Der fast 26-Jährige fuhr an seinen beiden Einsatztagen zweimal Bestzeit und auch Testpilot Kamui Kobayashi schaffte zum Auftakt den Sprung unter die ersten Drei. Die neu eingesetzten Luftleitbleche neben den Seitenkästen des TF109 scheinen ihre Wirkung nicht zu verfehlen.

Einzig Jarno Trulli sorgte am letzten Tag für Sorgenfalten. "Auf einem Run handelte ich mir am Frontflügel einen Schaden ein, als ich zu sehr über die Randsteine fuhr", sagte der Italiener.

Mit 2121 Testkilometern war Toyota das fleißigste Team. "Insgesamt lief die Woche sehr gut. Wir waren zuverlässig und schnell", fasste Testteam-Chef Gerd Pfeiffer die fünf Tage zusammen.

Red Bull

Sebastian Vettel sorgte zum Auftakt der Testfahrten mit Bestzeit für eine Überraschung. Der Sieger von Monza pulverisierte die bisherige Bestzeit des Jahres in Jerez von 1:19,632 Minuten um sechs Zehntel (Vettel fährt Bestzeit). Lewis Hamilton hatte jene Zeit erst nach vier Tagen aufgestellt und bei besserem Wetter.

Allerdings scheint der RB5 nicht nur schnell, sondern auch defektanfällig zu sein. Am zweiten Tag blieb Vettel mit seinem neuen Wagen liegen. Und auch Mark Webber kämpfte in den Folgetagen mit Problemen. Näher als auf eine knappe Sekunde (+ 0,949) kam der Australier nicht an die Bestzeiten heran.

Williams

"Die Zuverlässigkeit war gut", umschrieb Nico Rosberg die Testfahrten im spanischen Süden knapp. Auch wenn man das vorgenommene Programm nicht durchgebracht habe. Mit seinem überarbeiteten FW31, der überarbeitete Seitenkästen aufwies, spulte Rosberg mit 310 Runden die meisten Testkilometer aller Fahrer ab. "Die Rundenzeiten gehen bei den Longruns ganz schön in die Höhe. Aber das ist bei allen so und das könnte für spannende Rennen sorgen", stellte Rosberg fest.

Allerdings sorgen die Zeiten für Besorgnis. Heidfeld blieb ebenso wie Teamkollege Kazuki Nakajima meist zwischen einer und zwei Sekunden hinter der Bestzeit zurück.

Force India

Überraschend gute Zeiten fuhr zu Beginn der Testtage Giancarlo Fisichella. Mit dem neuen VJM02 platzierte sich der Italiener zweimal vor McLaren-Mercedes.

Adrian Sutil bestätigte den Aufwärtstrend. Am dritten Testtag blieb er nur knapp acht Zehntel hinter der Bestzeit zurück. Mit 227 Testrunden an vier Tagen wies Force India die wenigsten Kilometer aller Teams auf.

Toro Rosso und Brawn GP Formula One Team waren bei den Testfahrten in Jerez nicht vor Ort.

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