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Starke Vorstellung bei der ersten Ausfahrt: Rubens Barrichello © getty

Auch am zweiten Testtag in Barcelona präsentiert sich Brawn GP überraschend stark. Der Teambesitzer macht Geständnisse.

Von Tobias Schröter

Als hätte es die Unsicherheit der letzten Wochen nie gegeben, konnte der neue Brawn-Mercedes auch am zweiten Testtag in Barcelona problemlos in der Spitzengruppe der Formel 1 mitfahren.

Mehr noch: Rubens Barrichello konnte in seinem ersten Einsatz mit dem BGP001 die Zeit seines Teamkollegen Jenson Button vom Vortag sogar noch toppen, fuhr in 1:20,966 Minuten die drittschnellste Runde des Tages.

Rundum glückliche Gesichter also im frisch umbenannten "Brawn GP"-Team (Honda heißt jetzt Brawn GP). Die Freude konnte auch durch ein kleines technisches Problem am Vormittag nicht getrübt werden.

Brawn spricht über Teamrettung

Dass die Lage beim Ex-Honda-Rennstall in der letzten Zeit nicht immer solch Anlass zur Fröhlichkeit bot wie an diesem Tag, gab Ross Brawn derweil bei einer Pressekonferenz zu.

"Es gab auf dem Weg zur Rettung auch schwarze Tage. Ich bin wirklich froh, dass wir es geschafft haben", sagte der neue Teambesitzer.

"Die ganze Belegschaft wäre arbeitslos gewesen"

Brawn offenbarte zudem, dass die jetzige Lösung am Schluss die einzig mögliche war.

"Wenn ich ehrlich bin: Ich hatte keine Wahl. Wenn die Management-Gruppe - denn schließlich bin ich es nicht alleine - sich der Sache nicht angenommen hätte, hätte es kein Team mehr gegeben. Dann wäre die ganze Belegschaft arbeitslos gewesen."

Das Risiko scheint sich jedoch auszuzahlen, zumal das Team laut Brawn an den beiden ersten Tagen "keine Rundenzeiten für die Galerie produziert" habe.

Dank an Mercedes

Hierbei zahlt sich die langfristige Arbeit am Boliden aus: Rund 15 Monate soll die Entwicklung laut Brawn gedauert haben.

"Wir haben im vergangenen Jahr sehr früh gesagt, dass wir zugunsten der Neuentwicklung auf die Arbeit am alten Auto weitestgehend verzichten."

Besonderen Dank sprach der Teambesitzer Motoren-Lieferant Mercedes aus, der den Rennstall in den vergangenen Wochen toll unterstützt hätte.

"Wenn man unser Auto jetzt so sieht, dann könnte man meinen, dass es von Anfang an für diesen Motor konzipiert war", so Brawn über den flinken BGP001.

Nakajima überrascht

Schnellstes Auto am zweiten Barcelona-Tag war derweil Kimi Räikkönens Ferrari, der die schnellste seiner 55 Runden in 1:20,314 Minuten absolvierte und die Boxencrew außerdem mit zahlreichen Wechsel-Mannövern auf Trab hielt.

Überraschender Zweiter war Williams-Pilot Kazuki Nakajima in 1:20,907 Minuten, der später jedoch ausfiel und so mit 66 Runden weniger Kilometer abreißen konnte als beabsichtigt.(Jetzt neu: Das große Formel-1-Quiz).

Noch größeres Pech hatte jedoch Toro-Rosso-Pilot Sebastien Bourdais, dessen Wagen schon nach 14 Runden schlapp machte. Nach längerer Reparaturphase saß am Nachmittag dann bereits Sebastien Buemi im Cockpit.

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