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Hamilton erhielt am Dienstag den Ritterorden "Member of the Order of the British Empire" von der Queen © getty

Während Brawn GP mit den Mercedes-Motoren vorprescht, fährt McLaren "neben der Spur". Doch das Team hat eine Ursache geortet.

Barcelona - Gut zwei Wochen vor dem Saisonauftakt der Formel 1 in Melbourne kämpft Weltmeister Lewis Hamilton mit seinem McLaren-Mercedes-Team in einer verkehrten Welt.

Während der Brite bei den vorletzten Testfahrten in Barcelona am Mittwoch als Letzter dem Feld hinterherfuhr (NEWS: Button vorne, Hamilton im Kies) und die Silberpfeil-Fans in Sorge versetzte, holte ausgerechnet das erst in der vorigen Woche gerettete Brawn-Team bereits an seinem dritten Testtag die Bestzeit - mit einem Mercedes-Motor im Heck.

"Wir sind keineswegs wo wir sein wollen", räumte Norbert Haug ein. "Wir haben in der nächsten Woche noch einmal vier Testtage vor uns. Dabei wollen wir uns steigern", sagte der Mercedes-Sportchef.

Brawn GP schwärmt vom Motor

Die aktuellen Probleme hat man im schwäbisch-britischen Top-Team allerdings bereits erkannt. "Es fehlt insgesamt sicher an Abtrieb", meinte Haug: "Das Auto verhält sich grundsätzlich nicht schlecht, wir sind aber derzeit eindeutig zu langsam."

Was augenscheinlich nicht am deutschen Motor liegt, wenn der vom einstigen Ferrari-"Superhirn" Ross Brawn übernommene ehemalige Honda-Rennstall mit dem Briten Jenson Button am Steuer auf Anhieb an der Spitze mitfährt. (Jetzt neu: Das große Formel-1-Quiz)

"Das zeigt nur, wie wettbewerbsintensiv die Formel 1 ist. Brawn GP hat einen guten Job gemacht, und war am Mittwoch Schnellster von allen über eine Runde und über eine ganze Renndistanz", meinte Haug: "Unser Motor wird vom Team und den Fahrern in den höchsten Tönen gelobt und das freut uns natürlich."

"Sie wissen, was zu tun ist"

Mit McLaren sei man dagegen "derzeit einfach neben der Spur", meinte der Schwabe, verbreitete aber dennoch gleich wieder Optimismus: "Wir werden aber in diese zurückkommen, auch wenn es Zeit braucht. Ganz klar ist, dass wir auch wenn es schwierig ist eisern zu unserem Partner stehen - jetzt erst Recht."

Dass die Silberpfeile aber bald wieder vorne mitfahren werden, glauben nicht nur die Teamverantwortlichen, sondern auch die Konkurrenten. 55649(DIASHOW: Silber speckt ab - MP4-24)

"Sobald sie die Ursachen gefunden haben, werden sie die Probleme lösen. Wenn sie die Richtung kennen, dann wissen sie als sehr erfahrenes Team, was zu tun ist", sagte Toyota-Pilot Timo Glock.

Test während der Saison verboten

Allerdings sind die Rahmenbedingungen in dieser Saison deutlich schwieriger. Im Rahmen der Kostenreduzierungen in der Königsklasse sind alle Testfahrten während der Saison verboten. (Der Rennkalender 2009)

Dass man ein in Australien vielleicht zu langsames Auto das ganze Jahr mit durchschleppen muss, befürchtet Haug jedoch nicht. "Das denke ich nicht. Wer uns kennt, weiß, dass wir entschieden und konzentriert kämpfen können, auch von hinten nach vorne, auch wenn es Zeit bedarf."

Die fehlenden Testfahrten ersetzen die Top-Teams durch ausgiebige Computerberechnungen. McLaren-Mercedes betreibt zudem einen hocheffizienten Simulator, in dem viele Änderungen ausprobiert werden können.

Alonso vom Honda-Nachfolger nicht überrascht

Dass die Brawn-Truppe dagegen nach der langen Hängepartie auf Anhieb vorne mitfährt, hat viele Insider nur auf den ersten Blick überrascht.

"Gleich beim ersten Test so dermaßen schnell zu sein, ist nicht normal. Aber die Wahrheit ist, dass Honda bereits im Jahr 2007 mit der Entwicklung für 2009 begonnen hatte", sagte Renault-Pilot Fernando Alonso: "Das kann man am Auto erkennen. Es ist schon ausgereifter und hat einige Dinge, die andere nicht haben."

Auch für Glock gibt der frühe Entwicklungsbeginn beim Ex-Honda-Team den Ausschlag. Er war aber überrascht, "dass sie aus dem Stand sehr schnell und ohne Probleme fahren konnten".

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