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Die Brawn-GP-Piloten Button (Bild) und Barrichello dominierten bislang die Testfahrten © getty

Der neue Brawn-Mercedes rast bei den Testfahrten in Jerez erneut allen davon. Auch Experte Marc Surer zeigt sich beeindruckt.

Von Manuel Krons

München - Seit einigen Tagen kratzt man sich in der Formel-1-Szene ratlos am Kopf und reibt sich verwundert die Augen.

Grund ist das neue Team Brawn GP, das mit seinem Neon-Boliden für Fuore sorgt (Barrichello schwärmt über "Mörderauto").

Mit dem BP001 hat das Honda-Nachfolge-Team die etablierte Konkurrenz bei den Testfahrten in Barcelona und Jerez gehörig aufgemischt und Bestzeiten in Serie gesammelt.

Am Sonntag drehte Brawn-GP-Pilot Rubens Barrichello in Spanien erneut mit großem Vorsprung (0,66 Sekunden) die schnellste Runde (Schock für Alonso - Barrichello mit Bestzeit).

"Das Ding geht einfach hervorragend, man sieht dem Auto nicht an, woran es liegt", sagt Premiere-Experte Marc Surer zu Sport1.de.

"Alle schütteln nur den Kopf"

Was ist das Geheimnis des neuen Brawn-Mercedes? Auch der Motorsportkenner ist ratlos: "Ich war in Barcelona und habe mit Fachleuten dort gesprochen - die schütteln auch alle nur den Kopf. Es ist das große Rätselraten."

Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali sprach am Montag von einer "unglaublich überraschenden Leistung" und sagte, man müsse aufpassen und das Team im Auge behalten (Der Rennkalender 2009).

Ferraris Sorgen sind kein Bluff

Die Sorgen der amtierenden Weltmeistermannschaft angesichts des neuen Brawn-GP-Fahrzeugs sind für Surer kein Bluff: "Ich glaube, nachdem er in Jerez auch so gut geht, fangen die Konkurrenten schon an, an ihren eigenen Autos zu zweifeln."

Die neuen Wilden als Titelkandidaten einzustufen, so weit gehen will er jedoch nicht. "Das ist noch zu früh, aber die werden vorne mitmischen."

Sport1.de hat weitere Stimmen zum Team der Stunde zusammengestellt:

Norbert Haug (Mercedes-Motorsportchef): "Das zeigt nur, wie wettbewerbsintensiv die Formel 1 ist. Brawn GP hat einen guten Job gemacht. Unser Motor wird vom Team und den Fahrern in den höchsten Tönen gelobt, und das freut uns natürlich."

Sebastian Vettel (Red-Bull-Pilot): "Wenn alles mit rechten Dingen zuging (bei den Tests in Barcelona, d. Red.), fährt Brawn GP beim ersten Rennen einsam an der Spitze."

Felipe Massa (Ferrari-Pilot, Vizeweltmeister): "Wir sind jetzt immer noch konkurrenzfähig, aber nur hinter Brawn. Brawn ist viel schneller als alle anderen."

Fernando Alonso (Renault-Pilot): "Gleich beim ersten Test so dermaßen schnell zu sein, ist nicht normal. Aber die Wahrheit ist, dass Honda bereits im Jahr 2007 mit der Entwicklung für 2009 begonnen hatte. Das kann man am Auto erkennen. Es ist schon ausgereifter und hat einige Dinge, die andere nicht haben."

Sam Michael (Williams-Technikchef): "Wenn sie die Rundenzeiten in Melbourne wiederholen können, gewinnen Button und Barrichello mit einer Runde Vorsprung."

Ross Brawn (Teamchef Brawn GP): "Als wir sahen, welche Zeiten die Konkurrenz fuhr, waren wir überrascht, dass sie nicht schneller unterwegs waren."

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