Die FIA knickt ein und verschiebt das neue Punktesystem auf das nächste Jahr. Mit dem undurchdachten Vorstoß erweist sie dem Sport einen Bärendienst.

Die Formel 1 hat es nicht leicht dieser Tage. Angesichts von Weltwirtschaftskrise und Klimawandel kämpft die Königsklasse des Motorsports um die Gunst der Fans, Präsenz in den Medien und nicht zuletzt um ihren Ruf.

Gerade die großen Automobilkonzerne stehen in der Kritik, wenn sie auf der einen Seite Tausende von Mitarbeitern entlassen, auf der anderen aber Millionen in ein Spielzeug investieren.

Der Weltverband FIA hat dem Sport und dessen ohnehin angekratzten Image nun einen echten Bärendienst erwiesen.

Unmittelbar vor Saisonstart das Punktesystem neu zu gestalten, war schon extrem mutig.

Doch dass diese Änderung nach einem Sturm der Entrüstung aus dem Fahrerlager nun zunächst rückgängig gemacht wird, ist schlicht ein Armutszeugnis.

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Es zeugt zwar von Einsicht, dass man die Proteste der Teams nicht ungehört verhallen lässt, gleichzeitig ist es aber alles andere als konsequent.

Auch wenn das neue Punktesystem 2010 kommen wird, zeigt der Rückzieher von Ecclestone, Mosley und Co.: Wirklich durchdacht war der Vorstoß nicht.

Denn der Protest der Teams gegen eine derart massive Regeländerung so kurz vor dem Startschuss war zu erwarten.

Warum die Herren über den PS-Zirkus so schnell einknicken? Das Reglement lässt ihnen einfach keine Chance. Für die Punkte-Revolution hätte es der Zustimmung der Teams bedurft.

Was bleibt sind negative Presse, zornige Fans, verwirrte Fahrer sowie ein neues Konfliktfeld zwischen FIA und der Teamvereinigung FOTA.

Und hoffentlich der Schluss: Den ganzen Zirkus hätte man sich mit etwas mehr Weitsicht auch sparen können.

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