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Kimi Räikkönen, Weltmeister von 2007, hat in Melbourne den Turbo-Boost zur Verfügung © getty

Die Scuderia wird das umstrittene System beim Saisonauftakt in Melbourne zum Einsatz bringen. Bei Silber steht ein Fragezeichen.

Von Julian Meißner

München - Da waren es schon zwei: Nach Renault wird auch Ferrari beim Saisonauftakt in Melbourne (Rennkalender) am kommenden Wochenende mit dem Energie-Rückgewinnung-System KERS an den Start gehen.

Das berichtet das englische Fachblatt "Autosport".

Sowohl Kimi Räikkönen als auch Felipe Massa sollen das System, dessen Nutzung für die Teams zunächst optional ist, einsetzen.

Ferraris Technik-Direktor Aldo Costa hatte noch im Januar erklärt, dass es das klare Ziel sei, im ersten Rennen mit KERS zu starten.

Probleme mit der Kühlung

Die Entwicklung hatte der Scuderia jedoch wie den meisten Teams Sorgen bereitet. Bei den Testfahrten in Barcelona machte vor allem die Kühlung des Systems Probleme (Rennställe kapitulieren vor KERS).

Diese scheinen nun behoben. Als "eine ganz interessante Erfindung, aber nicht ausschlaggebend", bezeichnet Räikkönen KERS - nun könnte Ferrari einen Vorteil gegenüber der Konkurrenz haben.

Mehrheit zieht zurück

Denn das Gros der Teams wie Sebastian Vettels Red Bull Racing oder Nico Rosbergs Williams-Team werden Down Under auf KERS verzichten.

BMW-Sauber hatte jüngst verkündet, man habe KERS zur Einsatzbereitschaft entwickelt, aber noch nicht entschieden, ob es in Australien zum Einsatz kommen wird.

Theissen pro, Brawn contra

BMW-Motorsport-Direktor Mario Theissen sagt jedoch: "Wer Weltmeister werden will, muss KERS im Auto haben."

Dass es momentan noch ohne geht, zeigen die starken Testergebnisse des Honda-Nachfolgers Brawn GP. (Jetzt neu: Das große Formel-1-Quiz)

"Wir haben kein KERS", sagt "Superhirn" und Teamchef Ross Brawn: "Das ist möglicherweise etwas für später in der Saison."

Silber tendiert zu KERS

Bei den Silberpfeilen von McLaren-Mercedes (McLaren setzt auf KERS) ist noch nicht ganz sicher, ob KERS in Melbourne zum Einsatz kommt.

Das Weltmeisterteam liegt mit seiner Entwicklung zwar weitgehend im Plan - das Gesamtpaket stimmt deshalb aber noch lange nicht.

"Wir müssen uns nach den Testergebnissen darauf einstellen, im letzten Drittel der Startaufstellung zu stehen", sagt Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug.

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