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Brawn GP hat in der F-1 die Nachfolge von Honda angetreten © getty

Der Rennstall von Sebastian Vettel hat bei der FIA offiziell Einspruch gegen die Diffusoren von drei Konkurrenten erhoben.

München - An Ruhe ist in der Formel 1 wenige Tage vor dem Saisonstart im australischen Melbourne nicht zu denken.

Nach dem Machtkampf um das Punktesystem, das die FIA nach einem Sturm der Entrüstung nun zurückgezogen hat, steht der Königsklasse bereits neuer Ärger ins Haus.

Stein des Anstoßes sind die offenbar sehr gewitzten Diffusorlösungen von Toyota, Williams sowie dem geheimnisvollen Brawn-GP-Boliden (Brawns D-Formel sorgt für Wirbel).

Gegen die Konstruktionen der drei Konkurrenten hat der Rennstall Red Bull nun Protest eingelegt.

"Brawn, Toyota und Williams verwenden einen Doppeldiffusor, der fünf Zehntel pro Runde bringt. Sieben Teams - darunter auch Red Bull - sind sich einig: Das ist illegal", sagte Red-Bull-Berater Helmut Marko bei "sportnet.at".

"Klare Diskrepanz"

Der FIA-Delegierte Charlie Whiting hatte sich die umstrittenen Bauteile bei den Wintertestfahrten angeschaut. Angeblich erhielten die drei betroffenen Teams grünes Licht für die Verwendung ihrer Diffusoren.

Renault und Red Bull sollen mit einem Antrag auf die Verwendung eine Absage erhalten haben. "Da gibt es eine klare Diskrepanz", so Marko.

Mosley erwartet weitere Proteste

Angesichts des drohenden (Rechts-)Streits blickte Max Mosley mit Sorge auf den Saisonstart. "Es wird schwierig", sagte der FIA-Präsident.

"Wenn es mehr Zeit gegeben hätte, bevor die detaillierten Einsprüche gegen das System gekommen sind, hätte ich es wahrscheinlich noch vor Australien an das FIA-Berufungsgericht gesendet", erklärte Mosley.

Da diese Zeit aber fehle, wäre ein solcher Schritt nicht fair gewesen.

Ecclestones düstere Prophezeiung

Auch beim Saisonauftakt rechnet Mosley daher mit massiven Protesten. Und damit ist er nicht alleine.

"Ich garantiere, dass derjenige, der in Melbourne gewinnt - und es ist egal, wer das ist - des Betrugs bezichtigt wird", prophezeite Formel-1-Boss Bernie Ecclestone bereits in der vergangenen Woche.

"Regeln anders interpretiert"

Bei Brawn GP hat man indes ein reines Gewissen. Das neue Auto sei "komplett legal" versichert Pilot Rubens Barrichello.

"Wir haben die Regeln vielleicht anders interpretiert, aber ganz sicher nicht gegen sie verstoßen", sagte der Brasilianer der spanischen Sportzeitung "Marca".

Über seinen neuen Dienstwagen zeigte er sich geradezu begeistert: "Ich habe schon lange auf eine solche Konstellation gewartet, wie ich sie bei Ferrari hatte, aber ohne gegen Schumacher fahren zu müssen."

Von Siegen zu reden sei deshalb in dieser Saison nichts Verrücktes.

Auf die Strecke gepresst

Der umstrittene Diffusor an Barrichellos Fahrzeug ist eine Bodenplatte im hinteren Bereich des Autos. Hier bekommt die Luft, die unter dem Boliden fließt, einen größeren Bereich, um sich zu zerstreuen.

Dies erzeugt eine Saugwirkung auf den Heckbereich des Autos und presst es so auf die Rennstrecke herunter. Dies dient der Stabilität.

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