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Die Formel-1-Saison 2009 startet am Sonntag in Melbourne © getty

Slicks-Comeback, Testverbot, KERS: Regeländerungen und technische Neuheiten haben die F1 über den Winter revolutioniert.

Von Manuel Krons

München - Selten war die Ungewissheit in der Formel 1 so groß.

Nach der "Winter-Revolution" ist in der Königsklasse kaum etwas geblieben wie es war.

Rennställe, Experten und Fans tappen bei der Frage nach dem sportlichen Kräfteverhältnis im PS-Zirkus nach zahlreichen Neuerungen gleichermaßen im Dunkeln.

Bevor am Sonntag in Melbourne die WM startet, erklärt Sport1.de, was sich in der Formel 1 verändert hat (Australien-GP: Streckeninfo und Video).

KERS (Kinetic Energy Recovery System)

Die Energie die beim Bremsvorgang freigesetzt wird, darf ab dieser Saison gespeichert und durch einen Elektromotor in Antriebskraft umgewandelt werden. Das bringt pro Runde für sechs bis sieben Sekunden in der Spitze rund 80 PS mehr Leistung.

Verpflichtend ist das neue System erst ab 2010 und bei vielen Teams ist es noch nicht ausgereift. Daher werden die meisten Rennställe zum Saisonauftakt auf den "Turbo-Boost" verzichten (Rennställe kapitulieren vor KERS).

Motoren und Getriebe

Jedem Team stehen 20 V8-Motoren für die gesamte Saison zur Verfügung, davon je acht für die beiden Piloten und vier für Testfahrten. Ein Motor muss nicht mehr - wie noch im letzten Jahr - mindestens zwei Rennwochenenden halten.

Benötigt ein Fahrer mehr als acht Motoren während der Saison, wird er bei jedem Einsatz mit einem neu eingebauten Aggregat ans Ende der Startaufstellung verbannt. Die maximale Umdrehung der Motoren ist von 19.000 U/min auf 18.000 herabgesetzt worden.

Die Getriebe müssen weiterhin vier Rennen in Folge eingesetzt werden.

Die Reifen

Das Comeback der Slicks ist eine der tiefgreifendsten Veränderungen der neuen Saison. Mit den profillosen Pneus werden sich 2009 aufgrund besserer Haftung wieder die Kurvengeschwindigkeiten erhöhen. Pro Grand-Prix-Wochenende stehen jedem Fahrer 14 Reifensätze zur Verfügung, nach wie vor in den Variationen supersoft, soft, medium und hart.

Die Reifen werden von Bridgestone in zwei Mischungen angeboten. Beide Mischungen müssen von den Piloten im Laufe eines Rennens eingesetzt werden.

Aerodynamik

Neben dem Turbo-Boost-Knopf werden die Fahrer 2009 ein weiteres neues Knöpfchen in ihrem Cockpit finden. Damit lassen sich die großen Frontflügel verstellen, um mehr Abtrieb zu gewinnen. Dadurch wird das Auto schneller. Zweimal pro Runde ist ein solches Manöver erlaubt.

Kompensiert wird die verbesserte Front-Aerodynamik durch deutlich gestutzte Heckflügel.

Testfahrten

Während der Saison herrscht bis auf wenige Ausnahmen Testverbot für die Rennställe. Zwischen dem 1. Januar 2009 und dem letzten Saisonrennen am 1. November dürfen acht Aerodynamik-Testtage absolviert werden.

Zudem ist die Test-Laufleistung mit 15.000 Kilometern pro Team gegenüber der Vorsaison halbiert worden. Auch dies geschah mit der Absicht, die Kostenreduzierung voranzutreiben.

Punkteverteilung

Nachdem die FIA ihren Regelentwurf - der den Fahrer mit den meisten GP-Siegen zum Weltmeister gekrönt hätte - zurückgezogen hat, bleibt bei der Punkteverteilung alles beim Alten.

Das heißt der Gewinner des Rennens bekommt 10 Punkte, die folgenden Ränge 8, 6, 5, 4, 3, 2, 1 Punkte (zweiter bis achter Platz).

80690(Der Piloten-Check 2009)

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